Kalkum: Ärger um geplante Einfamilienhäuser

Kalkum: Ärger um geplante Einfamilienhäuser

Die geplante Umwandlung einer für die Landwirtschaft vorgesehenen Fläche am Ortsrand von Zeppenheim in Bauland sorgt für Ärger. Anwohner wollen den Bau von Einfamilienhäuser nicht hinnehmen.

Ein geplantes Bauvorhaben sorgt zurzeit für Unruhe im Kalkumer Ortsteil Zeppenheim. Zwischen der Wohnanlage Kleianshof und der Zeppenheimer Straße sollen sieben freistehende Einfamilienhäuser entstehen. Das Bauland ist aber eigentlich Landschaftsschutzgebiet, musste damals beim Bau der Wohnanlage, die auf dem Grundriss des alten Kleianshofes entstanden ist, ausdrücklich freigehalten werden.

Eine Bauvoranfrage für die neuen Häuser wurde den Mitgliedern der Bezirksvertretung 5 bereits in der Januarsitzung als Tischvorlage vorgelegt. Da die FDP aber aufgrund der Kurzfristigkeit noch Beratungsbedarf anmeldete, wurde die Entscheidung und Beratung über das Projekt auf die Februar-Sitzung der BV 5, die am kommenden Dienstag stattfindet, verschoben. Inzwischen mehrt sich aber von den Anwohnern der Widerstand gegen die Baupläne, für deren Umsetzung die BV 5 eine Befreiung von den bestehenden Vorgaben erteilen müsste.

Denn im Bebauungsplan wird das Areal als "Fläche für die Landwirtschaft" ausgewiesen. Die Verwaltung sieht für die Befreiung keinen Hindernisgrund, da die Fläche nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird.

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"Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass die zur Bebauung angefragte Fläche von drei Seiten von Bebauung umgeben ist, kann aus städtebaulicher Sicht der beantragten Befreiung zugestimmt werden", heißt es in der Verwaltungsvorlage. Das möchten die Anwohner aber nicht einfach hinnehmen. "Eine Stadt muss sich zwar entwickeln können, aber an den richtigen Stellen. Wir sind entsetzt, wie die Wiese zugebaut werden soll", sagt Anwohnerin Simone Bouwers. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. Innerhalb von zwei Tagen haben sich über 100 Personen mit einer Unterschrift gegen die Pläne ausgesprochen. Diese stammen nicht nur aus Kalkum, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften. Befürchtet wird nämlich vielfach, dass mit der Bebauung im Landschaftsschutzgebiet ein Präzedenzfall geschaffen wird, weitere bisher geschützte Flächen folgen könnten. Besonders verärgert sind die Anwohner auch darüber, dass sie über das Vorhaben nicht informiert wurden. Inzwischen wurde aber ein Gesprächstermin zwischen einigen Politikern und den Anwohnern vereinbart.

"Man hätte ja noch Verständnis aufbringen können, wenn nur entlang der Straße geplant würde und wenn dort junge Familien aus Kalkum die Möglichkeit erhalten würden, preiswert zu bauen", sagt Bouwers. Das sei aber dort eindeutig nicht der Fall. Die Bewohner des Kleianshofes haben inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und einen Brief an Bezirksvorsteher Ulrich Decker geschrieben. "Wir sind davon überzeugt, dass eine Änderung des Bebauungsplanes für diese als landwirtschaftliche Nutzflächen festgesetzten Wiesen rechtswidrig ist", heißt es in dem Schreiben.

(RP/ila)
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