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Niederkassel: Abenteuerspielplatz kürzer geöffnet?

Niederkassel : Abenteuerspielplatz kürzer geöffnet?

Die Eltern des Trägervereins sorgen sich, weil nach der Pensionierung des langjährigen Leiters Lothar Wiehagen die hauptamtliche Stelle noch nicht besetzt ist. Deshalb musste der Platz jüngst einen Tag geschlossen werden.

Bretterbuden bauen, Feuer machen, Fußball- und Tischtennis spielen, Tiere füttern und wie Tarzan mit dem Seil über die Kuhle schwingen — damit sind die Möglichkeiten, die der Abenteuerspielplatz Kindern von vier bis zu 14 Jahren bietet, noch lange nicht erschöpft.

Das weitläufige, 10.000 Quadratmeter große Areal bietet Großstadtkindern einen naturnahen Freiraum, um Erfahrungen zu sammeln, Freunde zu treffen oder sich einfach nur auszutoben.

Durchschnittlich 70 Kinder nutzen das Angebot täglich. So war die Enttäuschung groß, als sie jüngst zur gewohnten Öffnungszeit vor verschlossenem Tor standen und vergebens darauf warteten, eingelassen zu werden. Der Grund: Ein Mitarbeiter war krank geworden und die Personaldecke reichte nicht, um die dadurch entstandene Lücke zu schließen.

Den Engpass ausgelöst hatte die noch nicht besetzte Stelle des ehemaligen Leiters Lothar Wiehagen, der Ende des Jahres nach 32 "abenteuerlichen" Berufsjahren in den Ruhestand wechselte und im Januar offiziell verabschiedet worden war.

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Am 6. Oktober 1981 hatte er die Leitung des Platzes übernommen und verließ seinen Posten just im Jahr des 40. ASP-Geburtstages. So gibt es derzeit nur eine hauptamtliche Stelle, die sich zwei Sozialpädagoginnen teilen. Die übrigen Betreuer sind Honorarkräfte oder kommen vom Bundesfreiwilligendienst.

Die Schließung eines Tages hat den ASP-Trägerverein aufgeschreckt. "Wir sind besorgt wegen der engen Personalsituation", sagt Vereinsmitglied Christina Jacob. "Leider gibt es noch keine klaren Anzeichen, wie es nach dem Ausscheiden von Lothar Wiehagen weitergehen soll." Schließlich müssen vor allem der Tierbereich, die Budenabteilung und der handwerkliche Teil immer beaufsichtigt werden. "Die Kinder besuchen nach festen Terminen den Platz, besonders wenn sie die OGS (Offene Ganztagsschule) nutzen und ihre Freizeit eingeschränkt ist." Umso bedauerlicher sei es, wenn sie vor der verschlossenen Tür stehen. "Eltern und Kinder sind betroffen, machen sich Sorgen, dass eine geliebte, viel genutzte Institution des Stadtteils ihrer Aufgabe nicht nachkommen kann, nämlich den Kindern einen Ort für Freizeit und Vergnügen zu bieten. Und zwar deshalb nicht, weil die enge Personalsituation im wahrsten Sinne des Wortes wenig Spielraum lässt."

Am Zug ist nun das Jugendamt der Stadt. Amtsleiter Johannes Horn: "Zur Zeit habe ich noch keine Freigabe der Stelle durch die Gesamtverwaltung." Sobald das geschehen sei, werde er sich äußern, wer sie übernehmen wird.

Der Abenteuerspielplatz ist der einzige pädagogisch geführte Spielplatz im linksrheinischen Düsseldorf. Erste Gehversuche unternahmen engagierte Väter, darunter Peter Leyendecker, am Pappelwäldchen, wo sie mit ihren Kindern Bretterbuden bauten. Weil aber im Rheinvorland keine Hütten erwünscht sind, bekam der ASP ein Gelände im damals noch unbebauten Areal zwischen Lütticher-/Brüsseler Straße und Niederkasseler Kirchweg. Er fand so großen Zuspruch, dass er zum Dauerbrenner wurde. Schließlich konnten die Kinder nun mit Hammer und Nägeln, mit Pinsel und Farbe ihre eigene Welt gestalten — entsprechend dem Erziehungs-Stil der damaligen Elterngeneration. 1972 wurde ein Verein mit dem Ziel gegründet, das abenteuerliche Gelände den Kindern zu erhalten. Bis zur Festschreibung im Bebauungsplan hatte der Verein so manche Hürde zu nehmen. Vor allem deshalb, weil das einst brachliegende Gelände drum herum zum Baugebiet wurde.

Heute behauptet sich der ASP zwischen Mehr- und Einfamilienhäusern und pflegt eine gute Nachbarschaft auch zum Eko-Haus der Japanischen Kultur. So wundert es nicht, dass der Platz auch von vielen japanischen Familien genutzt wird, die ebenso wie die deutschen dort gern Kindergeburtstage feiern.

(RP/ila)