Himmelgeist 4000 Briefe an die Kastanie

Himmelgeist · Der Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie feierte gestern den Eingang des Jubiläumsbriefes. Baumgeistsekretär Andreas Vogt überreichte der siebenjährigen Absenderin Joyce bei einer kleinen Feier Geschenke.

 Schrieb den Jubiläumsbrief: Joyce (2.v.l.) mit (v.l.) Vater René, Briefträger Ekrem Dönder und Baumgeist Sabine Vogt.

Schrieb den Jubiläumsbrief: Joyce (2.v.l.) mit (v.l.) Vater René, Briefträger Ekrem Dönder und Baumgeist Sabine Vogt.

Foto: Christoph Göttert

4000 Briefe, 4000 Geschichten. Seitdem die Himmelgeister Kastanie 2007 ihre eigene Postanschrift hat, bekommt sie viele Zuschriften. Und das nicht nur von Düsseldorfern, sondern aus der ganzen Welt. Gestern feierte der Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie den Eingang des 4000sten Briefes. Absender war die sieben-jährige Joyce Förster aus Holthausen. Post und Freundeskreis hatten bei einer kleinen Feier Geschenke verteilt.

Schattenspender während Radtour

"Ich werde der Kastanie noch öfter schreiben", sagt Joyce. Ihre Familie sei seit mehreren Generationen mit dem Baum verbunden, berichtet Ursula Förster, die Großmutter des Mädchens. "Wir haben früher auf Radtouren mit unserem Sohn immer eine Pause unter der Kastanie gemacht", ergänzt sie. Auch ihre Schwiegertochter Sonja zeigt sich von dem Ort begeistert: "Wir können dort fernab vom Autolärm entspannen."

Dabei entkam die Kastanie 2006 dank eines engagierten Einsatzes des Ehepaares Vogt der Säge. Diesen Einsatz honorierte die Deutsche Post mit einer eigenen Anschrift. "Wir finden diesen Umweltgedanken toll und wollten ihn unterstützen", sagt Unternehmenssprecherin Gabriele Heltewig.

Die Kastanie ist neben einer Eiche im holsteinischen Eutin deutschlandweit der einzige Baum mit eigener Postadresse. "Die Eiche antwortet aber nicht. Das macht die Kastanie einzigartig", sagt Andreas Vogt. "Wir beantworten jeden Brief schnell und individuell." Auch Angela Merkel und Udo Lindenberg haben schon Post von der Kastanie erhalten.

Für Briefträger Ekrem Dönder ist die täglich zwei Kilometer lange Strecke, immer etwas ganz Besonderes. "Ich mache diesen Umweg sehr gerne und bin überrascht, welche Leute die Kastanie anschreiben." Kürzlich sei ein Brief aus China gekommen. "Jetzt müssen wir einen Übersetzer suchen, damit wir antworten können", sagt er.

"Die Kastanie erreichen nicht nur fröhliche Briefe", sagt Vogt, "Viele handeln von Sorgen, Krankheit oder Tod." So auch im Fall einer Seniorin aus einem Monheimer Pflegeheim, die nach einem Schlaganfall die Kastanie nicht mehr besuchen kann. "Wir organisieren nun einen Krankentransport, damit die Dame ihren Baum noch einmal sehen kann", sagt Vogt unter spontanem Applaus der Anwesenden. Die Veranstaltung endete fröhlich mit einigen Geschenken.

(RP)
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