Heerdt 25 Wohnungen im Hochbunker

Heerdt · Der Bunker an der Pariser Straße soll in ein Wohnquartier umgewandelt werden. Die linksrheinischen Bezirksvertreter genehmigten den Bauantrag mehrheitlich. Die Grünen wollten mehr Bedenkzeit.

 Der „Koloss“ von Heerdt ist vielen ein Dorn im Auge. Vergeblich haben sich Investoren bemüht, den Bunker durch ein aufwändiges Wohn- und Kunstprojekt „zum Leuchten“ zu bringen. Jetzt wagt ein privater Investor einen neuen Vorstoß und will das Kriegsdokument in ein Wohnquartier verwandeln.

Der „Koloss“ von Heerdt ist vielen ein Dorn im Auge. Vergeblich haben sich Investoren bemüht, den Bunker durch ein aufwändiges Wohn- und Kunstprojekt „zum Leuchten“ zu bringen. Jetzt wagt ein privater Investor einen neuen Vorstoß und will das Kriegsdokument in ein Wohnquartier verwandeln.

Foto: Bußkamp, Thomas

Der Hochbunker an der Pariser Straße, Schutzraum für Menschen in Kriegszeiten, soll eine neue Bestimmung bekommen. Ein privater Investor will den unverwüstlichen Betonklotz in 25 Wohnungen umwandeln. Die Idee ist nicht neu, versuchen sich doch seit 2000 unterschiedliche Unternehmer ohne Erfolg daran, aus dem Bollwerk etwas Wohnliches zu machen. Ehrgeizige Pläne wurden zwar gemacht, doch alle warteten vergebens auf die Umsetzung.

Innovative Architektur

"Jetzt", so Bezirksvorsteher Rolf Tups, "hat endlich jemand den Mut, aus dem Kriegsdokument ein Wohnquartier zu machen." Für den Stadtteil sei das nur positiv. Folglich wurde der Bauantrag mehrheitlich mit den Stimmen von CDU, FDP, SPD und Linken genehmigt. Alle Parteien lobten das Engagement des Investors. Marion Warden (SPD) hob dies in einer kurzen Rede besonders hervor. Einzig die Grünen stimmten gegen den Bauantrag, bezeichneten aber die interessante innovative Architektur als "angenehmen Gegenpol zum Zuckerbäcker-Stil anderer Bauten, die uns vorgelegt werden." Doch meldeten sie Bedenken an wegen des "voluminösen Ausbaus des Bunkers über das gesamte Grundstück". Astrid Wiesendorf: "Wir bezweifeln, ob das städtebaulich verträglich ist." Schließlich werde der Hochbunker noch um zwei Stockwerke erhöht. Außerdem gebe es Bedenken wegen der Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken.

Torpedieren aber wollten die Grünen das Vorhaben nicht, sondern regten eine Vertagung der Abstimmung an. Grund: Zeit zu haben, um ein dreidimensionales Modell mit der bestehenden und geplanten Bebauung auf dem Gelände des Dominikus-Krankenhauses herzustellen. Das überzeugte die anderen Fraktionen aber nicht, die froh waren, dass endlich Bewegung in die schon lange vorgesehene neue Nutzung des Bunkers gekommen ist. Tups: "Für das an der Ecke Pariser Straße/Heerdter Lohweg geplante Gesundheitszentrum bleibt genug Platz."

Große Terrassen und Gärten

Der Umbau des Bunkers erfolgt nach Paragraf 34 Baugesetzbuch Abs. 3a. Dieser Absatz besagt, dass anders als bei Absatz 1, von der Pflicht des sich Einfügens in die vorhandene Bebauung abgewichen werden kann. Grund: Der Bunker nimmt schon jetzt durch seine Dimensionierung eine Sonderstellung ein.

Aber: Berücksichtigt werden müssen die Wahrung der städtebaulichen Ordnung und nachbarschaftliche Interessen. Bereits heute ist der Bunker mit seinen 17 Metern das höchste Gebäude in der näheren Umgebung. Es hat sechs Geschosse plus Kellergeschoss. Um ausreichende Raumhöhen zu bekommen, wird es künftig nur fünf Geschosse haben. Das Kerngebäude wird um zwei zurückgesetzte Geschosse aufgestockt und durch seitliche Aufbauten erweitert. Das Bauvolumen beträgt 30 000 Quadratmeter.

Das Flachdach soll begrünt und mit Solarpaneelen ausgestattet werden. Durch die vorspringenden Anbauten entsteht eine zum Kernbau kontrastierende aufgelockerte Architektur mit großen Terrassen und Gärten. Die Stellplätze werden oberirdisch auf dem eigenen Grundstück eingerichtet.

(RP/ila/jco)