Stadtteilcheck Pempelfort : Leben in einem pulsierenden Viertel

In Pempelfort benötigen die Menschen eigentlich kein Auto, gefühlt liegt irgendwie alles vor der Haustür: Läden, Restaurants, Kneipen, der Rhein. Wer dennoch nicht auf ein Auto verzichten will, hat oft ein (Park-)Problem.

Mitte der 1990er Jahre zog Moderatorin Petra Albrecht von Bilk nach Pempelfort. Zwar ist sie seitdem mehrmals umgezogen, aber die Wohnungen lagen jeweils nur wenige hundert Meter auseinander. Die wichtigen Anlaufpunkte mussten weiterhin gut zu Fuß zu erreichen sein für die bekennende Nicht-Autofahrerin. Einkaufen an der Nordstraße, Yoga an der Schwerinstraße und Essen gehen in einem der vielen Restaurants in Pempelfort – alles ist vor der Tür. „Man ist überall schnell, auch am Rhein, in der Altstadt oder auf der Kö. Selbst zum WDR-Funkhaus in Unterbilk kann ich wunderbar am Rhein entlang laufen. Pempelfort liegt wirklich großartig.“ Ein lebendiger und gut gemischter Stadtteil voller Lieblingsplätze ist das für sie. Direkt neben ihrem Yogastudio ist „Die Kaffee“, eine Rösterei mit Café, „und die Inhaberin Olga hat tatsächlich etwas von einer guten Fee. Sie ist einfach bezaubernd und hat für jeden ein Lächeln. Außerdem versteht sie ihr Handwerk hervorragend. Am Anfang der Schwerinstraße hat Uta Varda ihr Geschäft „Varia Varda“ – „eine Buchhandlung, die aber eigentlich ein Gesamtkunstwerk ist. Hier gibt’s originelle Geschenke und eine große Auswahl an Gin und guten Olivenölen“. Das Feierabendbier (Füchschen) nimmt sie im Himmel und Äd. Zudem liegen zwei gute Bars in weniger als fünf Minuten Entfernung von ihrer Wohnung entfernt: Die Liq-Bar und das Petit Punch. „Auch die Dichte an guten Restaurants rund um die Nordstraße ist beeindruckend. Vor allem das Primitivo hat es uns in letzter Zeit echt angetan. Frische, saisonale Küche und eine unglaublich herzliche Crew.“ Eingekauft wird auf dem regionalen Wochenmarkt am Kolpingplatz. „Das dauert meist deutlich länger als geplant, denn man trifft immer jemanden und bleibt auf ein Schwätzchen.“

Julia Schwarz hat nach dem Studium ihre Heimat bei Nürnberg verlassen, weil sie sich als Lehrerin in Nordrhein-Westfalen bessere Chancen ausrechnete. Über die Umwege Mönchengladbach und Aachen landete sie in Düsseldorf, und das hat einen besonderen Hintergrund: Im Karneval lernte sie einen außergewöhnlichen Mann kennen, jetzt wohnen sie zusammen an der Schinkelstraße in Pempelfort. Julia Schwarz unterrichtet an der Realschule in Golzheim, die mittlerweile den Namen Toni Tureks trägt, weit zur Arbeit hat sie es also nicht.

Julia Schwarz geht in Pempelfort gerne in die Löffelbar und mag auch sonst das Leben rund um die Moltkestraße. Foto: Marc Ingel

Seit etwas mehr als einem Jahr lebt die 32-Jährige nun in Pempelfort, und sie hat den Stadtteil kennen und schätzen gelernt. Die Löffelbar ist ihre erste Anlaufadresse, überhaupt hat es ihr das Leben rund um die Moltkestraße angetan. Zum Einkaufen wechselt sie gerne den Stadtteil und fährt über die Eisenbahnbrücke zur Rethelstraße. Beim Stichwort Fahren fällt ihr auch ein großer Nachteil ihres Wohnortes ein: „Wir haben nur eine Garage, einer muss sich also immer draußen einen Parkplatz suchen. Und das kann schon mal eine halbe Stunde dauern.“

Ein wenig fehlt Julia Schwarz auch die Biergarten-Kultur ihrer bayerischen Heimat, das Urgemütliche, der frittierte Karpfen und ein Weizen-Cola. „Aber ich bin ja ein Dorfkind, da ist Düsseldorf für mich schon Großstadt.“ Und die habe viele schöne Seiten: den Rhein, das Fortuna-Büdchen (auch wenn der Freund Gladbach-Fan ist), Tonhalle, Oper, Rheintreppe und Fischmarkt. Nur die Schadowstraße als Einkaufsmeile findet sie nicht so ansprechend. Da schaut sich die 32-Jährige lieber in den Boutiquen in ihrem Viertel um.

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