Düsseldorf: Stadtsparkasse wieder mit Gewinn

Düsseldorf: Stadtsparkasse wieder mit Gewinn

Nach einem Verlust von mehr als 42 Millionen Euro in 2008 rechnet der Vorstand für das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Plus von gut 50 Millionen Euro. Das Düsseldorfer Geldinstitut konzentriert sich im Firmengeschäft auf den Mittelstand in der Region.

Aus dem noch vor drei Monaten vorhergesagten Gewinn von 60 Millionen Euro wird nichts mehr. Immerhin sind es vor Steuern aber gut 50 Millionen Euro, die der Vorstand der Düsseldorfer Stadtsparkasse für das zurückliegende Geschäftsjahr auf der Habenseite verbuchen will.

Nach einem verlustreichen Jahr 2008 mit einem Minus von 42,6 Millionen Euro sprach Sparkassenchef Peter Fröhlich gestern von einer "Ertragswende", bei der auch "umfassende Vorsorgemaßnahmen zur Risikobegrenzung im Kreditgeschäft und im Beteiligungsbereich" berücksichtigt worden seien.

Rücklage für West LB

Auch die Stadt als Sparkassenmutter wird die Botschaft aus dem Finanzkaufhaus an der Berliner Allee gerne vernehmen. 2007 überwies die Sparkasse sechs Millionen Euro an Kämmerer Helmut Rattenhuber, 2006 waren es sogar neun Millionen Euro. Wie viel es nach der Nullrunde im Verlustjahr 2008 für 2009 werden könnte, wollte Fröhlich gestern nicht sagen.

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Nur so viel: "Das muss der Verwaltungsrat diskutieren." Die noch nicht durchgerechneten Unbekannten sind im Wesentlichen: Der Sparkassenvorstand weiß noch nicht, wie viel er der Stadt an Gewerbe- und an Körperschaftssteuer überweisen muss. Zusätzlich drückt ihm die auf sechs Millionen Euro geschätzte Rücklage zur Abdeckung des vor wenigen Tagen bekannt gewordenen WestLB-Verlustes in Höhe von 300 Millionen Euro aufs Gemüt — sechs Millionen Euro pro Jahr, das Ganze eventuell 20 Jahre lang.

Dennoch: Der in seiner aktuellen Zusammensetzung noch nicht sehr alte Sparkassenvorstand steuert nach den hausgemachten Turbulenzen und den finanz- und wirtschaftspolitischen Problemen zurückliegender Jahre wieder in ruhigerem Fahrwasser. Seit 2009 konzentriert sich die Sparkasse im Firmenkundengeschäft wieder auf den gewerblichen Mittelstand in der Region. Das Kreditportfolio wurde stärker als bisher auf verschiedene Branchen und Größenklassen ausgeweitet.

Inzwischen leidet die Sparkasse auch nicht mehr unter größeren Kreditausfällen. 2008 und 2009 waren im Zuge der Risikovorsorge noch Rückstellungen in den Größenordnungen von jeweils 70 Millionen Euro fällig. In dieser Situation war das 23-prozentige Plus beim Zinsüberschuss (insgesamt 253 Millionen Euro) hochwillkommen. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr fällt verhalten zuversichtlich aus.

Von einem "selbsttragenden Aufschwung" sei die Wirtschaft noch weit entfernt. Bei zunehmenden Unternehmensinsolvenzen müsse mit weiteren Arbeitslosenzahlen und nur begrenzten Zuwächsen im Kredit- und Einlagengeschäft gerechnet werden. Dennoch glaubt der Sparkassenvorstand für 2010 an ein steigendes Betriebsergebnis und einen entsprechend höheren Gewinn.

(RP)