Stadtsparkasse Düsseldorf: 2019 schließen 14 Bank-Filialen - Busse als Ersatz in Stadtgebiet

Sparmaßnahmen in Düsseldorf : Stadtsparkasse schließt 14 Filialen - Busse als Ersatz

An acht Standorten soll künftig einmal in der Woche ein Bus den Service der Geschäftsstellen anbieten. Sechs Filialen fallen ohne Ersatz weg. Der Service per Telefon und Internet soll dagegen weiter ausgebaut werden.

An der Bushaltestelle auf die Bank warten – ab Herbst 2019 wird das für einige Kunden der Stadtsparkasse Düsseldorf Realität. Statt in ihre Filiale gehen sie dann zum mobilen Service-Center, einem Bus, der einmal pro Woche im Stadtteil hält. Die Maßnahme ist Teil des Sparprogramms des Geldinstituts – insgesamt werden im kommenden Jahr 14 Filialen geschlossen. Man reagiere damit aber auch auf das geänderte Kundenverhalten, betont Privatkunden-Vorstand Michael Meyer. Die Fakten im Überblick:


Welche Filialen werden geschlossen? Acht Standorte werden künftig durch mobile Filialen, also den Bus, ersetzt. Es handelt sich dabei um die Standorte Lichtenbroich (Matthiaskirchweg), Heerdt (Nikolaus-Knopp-Platz), Wittlaer (Kalkstraße), Heyestraße, Hassels (Hasselsstraße), Flehe (Fleher Straße), Hamm (Hammer Dorfstraße) und Urdenbach (Kammerathsfeldstraße). Sie schließen zum 30. September 2019. Erhalten bleiben SB-Bereiche mit einem Geldautomaten und einem Drucker für Kontoauszüge. Außerdem habe man darauf geachtet, dass im Umkreis eines Kilometers ein Alternativstandort zur Verfügung stehe, sagt Meyer. Im Fall von Heerdt wären das die Geschäftsstellen in Lörick und Oberkassel. Sechs weitere Filialen werden ersatzlos geschlossen. Dort wird es kein Bus-Angebot geben. Es handelt sich dabei um die Standorte Friedrichstadt (Friedrichstraße), Monheim-Süd, Münsterstraße, Pempelfort (Duisburger Straße), Altstadt (Bolkerstraße) und Lierenfeld (Reisholzer Straße). Dort verbleiben nur noch SB-Bereiche. In Friedrichstadt und Monheim ist schon Ende Februar Schluss, die anderen Filialen schließen am 31. Oktober 2019.  Standorte in Altenheimen und die Filialen Angermund und Unterbach bleiben erhalten.


Warum werden die Filialen geschlossen? Im Schnitt geht jeder Kunde einmal pro Jahr in eine Geschäftsstelle und nutzt dagegen 228 Mal die App. Mit der Schließung der Filialen reagiere man auf dieses veränderte Kundenverhalten, sagt Meyer. Die Sparkasse spart damit aber auch, denn bis 2022 sollen rund 400 Stellen abgebaut werden. Damit reagiert man auf das schwache Zinsniveau und damit verbundene niedrigere Erträge und Einlagen.


Wird es durch die Schließungen also auch weniger Kundenservice geben? Das soll nicht der Fall sein. „Ich bin weit davon entfernt, die Filiale für tot zu erklären. Im Gegenteil: Wir brauchen dieses Angebot“, sagt Meyer. Um das Angebot für Kunden an den verbliebenen Standorten zu verbessern, sollen noch mehr Filialen in Privatkundencenter umgewandelt werden. Im Gegensatz zur normalen Geschäftsstelle werden dort alle Angebote des Privatkundengeschäfts wie zum Beispiel eine Beratung zum Thema Baufinanzierung angeboten. Filialen bieten bislang nicht diesen umfassenden Service. Aktuell gibt es 13 Privatkundencenter, nach und nach sollen es 27 werden. Ebenfalls ausbauen will die Stadtsparkasse das Angebot, Kunden zu Hause zu betreuen. Neu eingeführt werden außerdem die „Direkt-Filiale“ für Privatkunden und das „Business Service-Center“ für Geschäftskunden. Telefonisch sind dabei täglich von 8 bis 19.30 Uhr Ansprechpartner für fast 50 Dienstleistungen erreichbar. In diesem Bereich baue man sogar Personal auf.


Wie funktioniert der Bus-Service? Einmal pro Woche hält der Bus an einem Standort für 2 bis 3 Stunden und bietet mit zwei Mitarbeitern Kundenservice an. Auch ein Geldautomat ist dort integriert. Andere Banken wie die Sparkasse Dortmund haben ebenfalls schon Busse im Einsatz, Sicherheitszwischenfälle seien ihm nicht bekannt, sagt Michael Meyer. Auch, weil es Bargeld nur im integrierten Automaten gebe. Die Stadtsparkasse schafft nun einen Bus an. Er soll pro Tag zwei Standorte anfahren, ein fünfter Wochentag ist als Puffer vorgesehen, falls Reparaturmaßnahmen nötig sind. Die genauen Standorte für die Busse stehen noch nicht fest.

Sind die Kunden schon informiert? Nein, sie erhalten im Laufe des nächsten Jahres Informationen, falls ihre Filiale geschlossen wird. Auch den Bezirksvertretungen will die Stadtsparkasse noch einmal Details erläutern. Erste Kritik aus den Bezirken gibt es schon, und zwar von der CDU in Lierenfeld an der Schließung der dortigen Geschäftsstelle.

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