Stadtplanung in Düsseldorf: Zwei neue Brücken über den Rhein

Stadtplanung : Bekommt Düsseldorf zwei neue Brücken über den Rhein?

In Höhe der Arena soll es eine Brücke für Straßenbahnen ins Linksrheinische geben. Jetzt wird auch eine Brücke für Kfz und Bahnen parallel zur Hammer Eisenbahnbrücke wahrscheinlich.

Düsseldorf ist Staustadt. Jeden Morgen erleben das die Einpendler. Bis zur Straßengrenze geht es einigermaßen reibungslos vorwärts, dann kommt das „Stop and Go“. Für die Verkehrswende muss der öffentliche Nahverkehr besser werden, das ist allgemein anerkannt, Bahnen und Busse müssen aber auch bessere Möglichkeiten erhalten voranzukommen. Zwei neue Rheinbrücken könnten dafür sorgen: Planerisch bereits auf dem Weg ist die Bahnbrücke in Höhe von Messe und Arena, die ins Linksrheinische führen soll. Auf der anderen Seite der Stadt, im Düsseldorfer Süden, könnte es eine weitere Brücke geben. Ausgelöst werden die Überlegungen durch den immer größeren Druck auf den Hafen, wo es nicht nur Tausende Büroarbeitsplätze gibt, sondern auch viele Lkw-Transporte in den Industriehafen.

Den neuesten Anstoß liefert die Industrie- und Handelskammer (IHK). Über Monate haben Vertreter zahlreicher Unternehmen in Workshops über Probleme und Chancen des Medienhafens diskutiert. Viele Vorschläge wurden daraus destilliert, in der kommenden Woche wird die IHK-Vollversammlung die Handlungsempfehlungen beraten. Ein Punkt darin: Die Kammer spricht sich dafür aus, den Zugang zum Industriehafen durch eine zweite Zufahrt zu verbessern. Es sollte parallel zur Hammer Eisenbahnbrücke über den Rhein eine Straßenbrücke gebaut werden, heißt es. „Damit würde die Verkehrssituation im Hafen erheblich vom Schwerlast- und Zielverkehr des Industriehafens befreit und es gäbe eine sinnvolle und direkte Verknüpfung zum Neusser Hafen.“

Bei der Stadtspitze läuft die Kammer mit ihrer Forderung offene Türen ein. „Düsseldorf und Neuss sprechen intensiv über diesen und weitere Brückenschläge“, sagt Planungsdezernentin Cornelia Zuschke. Sie sei mit ihrem Neusser Amtskollegen Christoph Hölters im Austausch, OB Thomas Geisel habe mit seinem Neusser Amtskollegen  Reiner Breuer mehrfach gesprochen.

Ziel: Der ohnehin zunehmende Lkw-Verkehr soll möglichst effizient geleitet werden und nicht die Straßen rund um die Häfen verstopfen. Die Neusser hätten beispielsweise gerne eine Brücke direkt vom Heerdter Dreieick in Richtung ihres Hafens.Gemeinsam soll auch der chronisch überlastete Handweiser entschärft werden. Zuschke kann sich auch hier eine Hochstraße vorstellen. „Oben fahren die Bahnen, unten die Autos.“  

Auf Düsseldorfer Seite würde die heutige Zufahrt in den Hafen entlastet. Die Stadt hat Zählungen durchgeführt. Heute passieren an einem Tag den Knoten Plockstraße/Hammer Dorfstraße  16.100 Fahrzeuge, davon sind rund 20 Prozent Lkw. Am Knoten alte/neue Holzstraße sind es 9600 Fahrzeuge, davon 30 Prozent Lkw. Die Zahlen von 2017 wurden 2018 in etwa bestätigt.  

Die neue Hafenbrücke hätte Zuschke am liebsten zweistöckig, auch hier ÖPNV und Individualverkehr (IV) auf getrennten Ebenen. Planung und Bau würden zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen, schätzt die Beigeordnete.  Kosten: rund 100 Millionen Euro.

Etwas schneller dürfte es bei der Brücke im Norden gehen. Zunächst war von einer Inbetriebnahme 2030 die Rede. Da im Juni die Planfeststellung startet, hofft Zuschke auf ein schnelleres Verfahren. Im nächsten Jahr könnte das EU-weite Vergabeverfahren starten. Das Bauwerk wird auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Pendler aus dem Großraum Krefeld hätten dann einen guten Grund, vom Auto auf die Bahn umzusteigen – über diese Brücke erreicht man rasch Messe und Flughafen und die Düsseldorfer City.  

Wie sinnvoll sind die Brücken? Hier unser Kommentar zum Thema.

Mehr von RP ONLINE