Stadtrundgang Zur Jazz Rally: Zwei Jazz-Fans führen durch Jazz-City

Stadtrundgang Zur Jazz Rally : Zwei Jazz-Fans führen durch Jazz-City

Es war einmal... eine Jazz-Metropole. Genau das war Düsseldorf -aber das ist lange her und nicht mehr vielen im Gedächtnis. Und genau dieses Jazz-Gedächtnis wollen zwei Experten immer wieder auffrischen: Der Musikjournalist Tobias Wuttke (60) und der Jazz-Liebhaber Dieter Fiset (76) sind wandelnde Jazz-Lexika.

Es war einmal... eine Jazz-Metropole. Genau das war Düsseldorf -aber das ist lange her und nicht mehr vielen im Gedächtnis. Und genau dieses Jazz-Gedächtnis wollen zwei Experten immer wieder auffrischen: Der Musikjournalist Tobias Wuttke (60) und der Jazz-Liebhaber Dieter Fiset (76) sind wandelnde Jazz-Lexika.

Sie können sogar beim Wandeln darüber sprechen und tun es wieder zur Jazz Rally. Am Donnerstag, 5. Juni, laden sie ab 19 Uhr zu einem zweistündigen Stadtrundgang durch die Jazz-City Düsseldorf ein. Wuttke kann sich noch gut an seinen ersten Kontakt zur Jazz-Musik erinnern: "Das war 1972, als ich eine Platte meines Vaters gehört habe. Benny Goodman spielte darauf." Bei Fiset ist es etwas länger her: "1952 habe ich eine Jazz-Radiosendung und dabei zum ersten Mal eine Big Band gehört." Seitdem ist er Jazz-Fan

Wenn die beiden mit ihren Rundgang-Teilnehmern (Kostenbeitrag sechs Euro) an der Johanneskirche angefangen haben, geht es direkt zur ersten Station. Das New Orleans, genannt "Neff", war im jetzigen Sterne-Restaurant "Victorian" an der Königstraße beheimatet. Von 1954 bis 1976 lud es zu Jazz-Konzerten ein. Fiset erinnert sich: "Es war eingerichtet wie ein Jazz-Lokal in New Orleans." Fatty George, Oscar Klein und Papa Blue waren die Stars dieser Jazz-Kneipe. Das "Neff" war auch Treffpunkt für den Hot Club Düsseldorf, der 1948 gegründet worden war. 1969 wurde 15-jähriges Bestehen gefeiert. Der Geschäftsführer damals war Charlie Büchter, der später als Sams-Chef noch berühmter wurde. Zur Jazz-Geschichte von Düsseldorf gehört auch das

Dr. Jazz an der Rheinstraße. Es war eines der über Jahrzehnte legendären Jazz-Lokale. Von 1967 bis 1992 lockte es nationale und internationale Bands. Chris Barber spielte dort ebenso wie Monty Sunshine, Mr Acker Bilk oder das Pasadena Roof Orchestra. Das Blue Note an der Flinger Straße - später hieß es dann Night Train und Subway - ist auch Station des Jazz-Rundgangs. Auch dort war George Macock, der Star der Düsseldorfer Jazz-Szene, regelmäßig zu Gast. Aber noch legendärer war das Downtown an der Mertensgasse. Dort erklingt seit 1966 Jazz-Musik. Heute heißt es "Em Pöötzke" und lädt immer noch zu Jazz-Abenden ein. Jeden Donnerstag spielt Dieter Grosche mit seiner Band "Powerkrauts". Musiker wie Wolfgang Engstfeld und Peter Weiss, Ali Claudi, aber auch Helge Schneider sind dort über die Jahre aufgetreten.

Von all den Kneipen ist außer dem "Pöötzke" keine mehr da. Schade eigentlich, meinen die beiden Jazz-Guides und trauern ein wenig der Atmosphäre im New Orleans oder der Oase nach. Dafür hören sie jetzt den Jazz in der Jazz-Schmiede an der Himmelgeister Straße - und eben zur Jazz Rally, die Pfingsten mit 80 Konzerten an unterschiedlichen Spielorten stattfindet. Und natürlich donnerstags im "Pöötzke", wenn "Powerkrauts" dort auftritt. Dort endet im Übrigen auch die Stadtführung der beiden mit ihren Gästen. Weitere Infos über die Jazz Rally unter www.duesseldorfer-jazzrally.de

Anke Kronemeyer

(RP)