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Ferienzeit: Wo Düsseldorfs Prominente Urlaub machen

Ferienzeit : Wo Düsseldorfs Prominente Urlaub machen

In den vergangenen Tagen ließ es sich durchaus auch in Düsseldorf, in seinen Freibädern und an seinen Seen gut aushalten. Dennoch: Wer Zeit und die Möglichkeit hat, fährt in diesen Wochen noch in den Sommerurlaub und genießt weit weg von der Landeshauptstadt Sonne, Strand oder Berge. Wir haben einige bekannte Personen aus Politik, Wirtschaft und Szene nach ihren Urlaubszielen gefragt.

Der mehr als ein Jahr dauernde Dauerwahlkampf hat selbst den trainierten Marathonläufer Thomas Geisel viel Energie gekostet - die tankt der gewählte Oberbürgermeister derzeit im Schwarzwald wieder auf. Eine Woche hat der Sozialdemokrat für sich und seine Familie in einem kleinen Hotel im Münstertal gebucht. Mit dabei ist außer seiner Frau Vera und den fünf Töchtern (die Älteste, Indira, ist aus Berlin angereist) auch sein Neffe Carlo, der engste Begleiter und Unterstützer Geisels im Wahlkampf. Auf dem Programm stehen Wandern, Schwimmen - und vor allem das Ausschlafen. Weshalb nur eine Woche? "Als wir gebucht haben, dachte ich, dass meine Amtszeit schon im Juni beginnt", sagt Geisel. Da wollte er nicht so lange wegbleiben. Dafür stehen im Herbst noch mal zwei Wochen Sizilien an. Übrigens mit Ryanair ab Weeze, was im Flughafen-Aufsichtsrat sicher als "Feindbeobachtung" durchgeht.

Für die Düsseldorfer CDU glichen die letzten Monate einer Berg- und Talfahrt: OB-Posten verloren, als stärkste Kraft aus der Ratswahl hervorgegangen, aber dennoch in der Opposition. Passend scheint da der Urlaub von Parteichef Thomas Jarzombek: In Tröpolach in Kärnten geht er mit seiner Lebensgefährtin zuerst Gipfel stürmen, danach ins Tal zum Relaxen am Ossiacher See. "Eigentlich bin ich Italien-Fan", sagt der Bundestagsabgeordnete. Jetzt entschied er sich dafür, Kindheitserinnerungen aufzufrischen: "Ich war dort früher mit meinen Eltern ein paar Mal."

Die Leiterin der Akademie für Mode und Design, Christine Kubatta, will im August spontan in einen Urlaubsflieger steigen. Foto: Bußkamp

Lust auf Höhe und gute Luft hat auch Nicola Stratmann, Geschäftsführende Gesellschafterin Tulip Inn Arena Hotel: "Ich fahre im Sommer seit 20 Jahren in die Berge nach Garmisch Partenkirchen. Dort tanke ich Weite, Ruhe und spreche außer ,Grüß Gott' nur wenig. Mit meinem Mann spiele ich ein wenig Golf, ansonsten ist das Glück zum Anfassen auf jedem Gipfel."

Viele Düsseldorfer zieht es in die andere Himmelsrichtung: nach Norden. Beispiel Rüdiger Gutt, neuer Fraktionschef der Christdemokraten im Rathaus. "Ich mache mit meiner Frau eine Ostseekreuzfahrt. Sie dauert zwei Wochen, wir steuern unter anderem St. Petersburg, Stockholm und Helsinki an." An Bord geht's in Amsterdam, wohin man mit dem Zug reist. Also wirklich Urlaub von Anfang an. Den grünen Bürgermeister Günter Karen-Jungen wiederum verschlägt es nach Norwegen. Und so, wie der 69-Jährige in Düsseldorf gerne mit Bahn und Fahrrad unterwegs ist, bettet er sich auch in Skandinavien nicht nur auf Federn - "wir wollen dort auch zelten".

Gastronom Karl-Heinz Stockheim verbindet das Schöne mit dem Notwendigen. "Ich fahre nach Norderney, wo mein Elternhaus steht. Das muss renoviert werden, was während meines Aufenthaltes dort geschieht. Ich werde auch viele Verwandte wiedersehen." Wer's nicht wusste: Stockheims Mutter stammt aus Norderney, der Vater arbeitete dort als Konditor. Die beiden kamen zusammen, und so ist Stockheim ein Norderneyer. In den Norden geht es auch für Stadtdirektor Manfred Abrahams: "Wir machen eine Nordseetour. Erst eine Woche Sylt, dann eine Woche Rügen." Etwas neidisch blickt da Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven drein, denn sein Urlaub ist gerade vorbei, es stand ebenfalls Rügen auf dem Fahrplan. "Seit den siebziger Jahren ist das mein Ziel. Mein Onkel war dort Chefarzt, wir sind mit dem Segelboot gefahren. Ein Traum war das."

Fabian Kirner, seit November Kreativchef bei der Düsseldorfer Werbeagentur Grey, fährt in die Flitterwochen. Erst muss aber noch geheiratet werden, und zwar auf der Insel Sylt. Danach geht es weiter nach Paris. "Dort habe ich meine baldige Ehefrau auch kennengelernt", sagt Kirner. Doch in die Stadt der Liebe fahren die beiden nur für drei Tage. "Unser richtiger Urlaub folgt im November, dann rufen die Malediven", sagt Kirner.

Dass Sylt wirklich eine Art Düsseldorfer Heimatinsel ist, zeigt auch der Umstand, dass CDU-Bürgermeister Friedrich Conzen dort einige Tage verbringt.

Ebenfalls in Deutschland, aber einwenig südlicher, urlaubt Tonhallen-Intendant Michael Becker. "Wir fahren mit den Kindern zwei Wochen nach Waldenbusch." Die Schwiegereltern leben dort, der Schwiegervater wird 75. Noch etwas anderes findet Becker, der ein bekennender Süßigkeiten-Fan ist, mit Blick auf Mitbringsel praktisch und gut: "Da unten kommt Ritter Sport her."

Beim Thema Urlaub darf Mallorca natürlich nicht fehlen. Nicola Knüwer, Geschäftsführerin der NK-Agentur: "Mein Mann und ich waren gerade auf Mallorca und zum ersten Mal im Hinterland in Binissalem. Fernab vom Trubel haben wir auf einer Finca mit Blick auf die Tramuntana die Seele baumeln lassen und tolle neue Restaurants entdeckt. Demnächst geht es nach New York, meine absolute Lieblingsstadt. Diesmal haben wir kein Hotel gebucht, sondern ein Apartment, das einem eine Woche lang das Gefühl gibt: ,I am a New Yorker'."

Die Lieblingsinsel der Deutschen steuert auch Josef Hinkel, Chef des Comitees Düsseldorfer Carneval, mit seiner Familie an. "Drei Wochen ab Ende Juli, es ist vielleicht das letzte Mal, dass alle Kinder dabei sind." Die Älteste, Sophie, ist jetzt 18, hat gerade Abi gemacht - es würde den Papa nicht wundern, wenn sie bald andere Pläne hat.

Klaudia Zepuntke, SPD-Bürgermeisterin, war noch nie so lange weg wie jetzt: Ihren Mann Lutz und sie zieht es für viereinhalb Wochen in die USA. Dort besuchen sie ihren 21-jährigen Sohn, der für ein amerikanisches Radrenn-Team fährt.

Karl-Heinz Gatzweiler, Chef der Schlüssel-Brauerei, macht sich erst jetzt, nach der Kirmes, Gedanken über den Urlaub. "Wir fahren nächsten Monat - aber so richtig überlegt, wohin es gehen soll, wissen wir noch nicht."

Christine Kubatta, Leiterin der AMD-Akademie für Mode und Design, träumt vor: "Nach ereignisreichen Monaten sehne ich mich in aller Regelmäßigkeit nach Erholung am Meer. Sich einfach mal treiben lassen, blauer Himmel, weißer Sand, eine Liege, eine Brise und Bücher (die sich noch ungelesen stapeln). Das wirkt wie ein Zaubertrank, wie eine Multi-Vitamin-Infusion, ich bin glücklich und zufrieden. Und da diese Orte eigentlich nur im Süden zu finden sind, steige ich irgendwann im August spontan in einen der vielen Urlaubsflieger und bin dann mal weg."

Erst mal richtig Arbeit hat Steffen Schraut, Modemacher: "Meine Reise nach den Ordertagen geht nach Capri. Die Insel ist für mich eine besondere spirituelle Quelle, um Energie zu tanken, bevor dann die nächste kreative Kollektionserstellung beginnt. Mit Freunden verbringe ich dort ein paar erholsame Tage. Neben Sonne und Meer genieße ich die italienische Küche und das Flair der kleinen, gemütlichen Gassen." dr/ dh/ tb/ ujr

(RP)