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Lieblingsorte: "Von hier weggehen würde ich nie"

Lieblingsorte : "Von hier weggehen würde ich nie"

Seit 20 Jahren arbeitet Dirk Drunkemöller bei der Düsseldorfer Awista. Jeden Tag ist er von vier Uhr morgens bis zwölf Uhr am Mittag mit seiner Kehrmaschine in der Altstadt unterwegs. Er hat sich diese frühen Arbeitszeiten selbst ausgesucht und würde sie niemals eintauschen wollen.

Seit 20 Jahren arbeitet Dirk Drunkemöller bei der Düsseldorfer Awista. Jeden Tag ist er von vier Uhr morgens bis zwölf Uhr am Mittag mit seiner Kehrmaschine in der Altstadt unterwegs. Er hat sich diese frühen Arbeitszeiten selbst ausgesucht und würde sie niemals eintauschen wollen.

"Ich habe viel mehr vom Tag dadurch", sagt er. Und auch die Stadt hat der 44-jährige Familienvater, der in Benrath lebt, durch diese Arbeit schon von ganz verschiedenen Seiten kennengelernt. Er sagt: "Von hier weggehen, das würde ich nie." Der Rheinischen Post verrät er seine Lieblingsorte.

Freitreppe am Burgplatz "Nirgends hat man eine so schöne Sicht auf den Rhein wie am Burgplatz. Ich liebe es, dort zu sein. Vor allem im Sommer", sagt Dirk Drunkemöller. Er schaut sich dort gerne den Sonnenaufgang an und macht ein paar Minuten Pause. Meist ist er dann ganz allein auf dem sonst so belebten Burgplatz: "Die Nachtschwärmer haben die Treppe schon verlassen, wenn ich komme. Aber auch in meiner Freizeit bin ich gerne dort." Doch es sei schade, dass es auf dem Platz oftmals so schmutzig sei und die Leute ihren Müll dort liegen ließen. "Früher habe ich die Menschen auch schon mal angesprochen, wenn sie ihr Zeug nicht weggeräumt haben. Aber da musste ich mir so blöde Sprüche anhören, dass ich's irgendwann einfach gelassen habe", sagt Drunkemöller. Vermiesen kann ihm der Dreck seinen Lieblingsort aber nicht - schließlich hat er die Freitreppe meist für sich allein.

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Schloss Benrath Wie es sich für einen stolzen Bürger Benraths gehört, ist auch Dirk Drunkemöller oft in der Parkanlage von Schloss Benrath und im Schloss unterwegs. "Das Schloss ist wunderschön und noch so gut erhalten - das finde ich großartig. Bevor unser Hund gestorben ist, waren wir jeden Tag im Park spazieren. Jetzt versuchen meine Frau und ich, zumindest am Wochenende mit den Kindern dort spazieren zu gehen", sagt Drunkemöller. Und natürlich ist auch ihm das die vergangenen Monate beherrschende Thema rund um Schloss Benrath nicht entgangen: die Diskussion darüber, was für ein Baum auf der Insel im Schlossweiher gepflanzt werden soll, nachdem die alte Trauerweide im vergangenen Sommer dem Orkan "Ela" zum Opfer gefallen war. "Das ist für uns Benrather ein ganz emotionales Thema. Viele von uns sind mit diesem Baum aufgewachsen, er hat zum Bild unseres Schlosses dazugehört. Umso wichtiger ist deshalb auch mir, dass die Weide ganz bald ersetzt wird", sagt er.

Proberaum in Urdenbach Seit 30 Jahren spielt der Awista-Mann Schlagzeug, seit sechs Jahren hat er seine eigene Band mit Namen "Shake the Dog". "Unser Proberaum im Gemeindezentrum in Urdenbach ist deshalb auch einer meiner Lieblingsorte, und zwar mein ganz persönlicher. Einmal in der Woche treffen wir uns dort und studieren alle möglichen bekannten Hits ein", sagt Drunkemöller. Gemeinsam treten er und seine Musiker auf Festen und Veranstaltungen für den guten Zweck auf. Zum Beispiel für die Initiative "Biker4Kids", die sich für schwerkranke Kinder einsetzt. "Dort treten wir immer besonders gerne auf - schließlich bin ich selbst ein leidenschaftlicher Motorradfahrer."

Esprit Arena Na klar, ohne Fortuna geht ja bekanntermaßen in Düsseldorf nichts. Auch Dirk Drunkemöller ist deshalb regelmäßig im Stadion bei den Spielen der Fußballer zu Gast. "Aber ich bin kein riesiger Fortuna-Fan, ich muss nicht bei jedem Spiel dabei sein. Doch wenn ich dort bin, genieße ich die Stimmung immer sehr", sagt er. Das Stadion selbst gefällt dem 44-Jährigen so gut, dass er sogar schon einmal einen Werder-Bremen-Fan zum Staunen im Angesicht der Arena gebrach hat: "Das war kurz nach der Eröffnung des Stadions. Da hatte ich meinen Schwiegervater dabei und er war unglaublich beeindruckt vom den bunten Stühlen in der Arena, die sie immer voll aussehen lassen", sagt er.

Düsseldorf Kann Düsseldorf selbst ein Lieblingsort in Düsseldorf sein? Dirk Drunkemöller findet schon. "Wenn ich an Düsseldorf denke, fällt es mir schwer, eine Auswahl zu treffen. Ich bin in die ganze Stadt verliebt und würde niemals im Leben hier wegziehen", sagt er. Gerade durch seine Arbeit habe er die Stadt in den vergangenen Jahren von vielen neuen Seiten kennengelernt: "Da wäre zum Beispiel die Fleher Brücke. Auf den ersten Blick kein sonderlich schöner Ort. Aber wenn ich vom Betriebshof mit der Kehrmaschine zur Altstadt fahre und den Sonnenaufgang dort sehe, gibt es keinen schöneren Platz." Laura Ihme

(RP)