1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Tv-Studiogast: Veronica Ferres denkt oft an Kappes-Hamm

Tv-Studiogast : Veronica Ferres denkt oft an Kappes-Hamm

Sie ist in Solingen aufgewachsen und wohnt seit Jahrzehnten in München. Aber die Kindheitserinnerungen an "Kappes Hamm" in Düsseldorf, die Heimat ihrer Mutter, sind unauslöschlich.

"Wenn ich heute auf dem Bauernhof von Onkel Theo bin, tauchen alle Bilder von früher auf", erzählt Veronica Ferres. "Mein Großvater besaß riesige Felder, die längst bebaut sind. Manche reichten bis ans Rheinufer. Dort stand ich dann und sah fasziniert den großen Schiffen nach." Gestern war die Schauspielerin zu Gast bei "Volle Kanne" im Golzheimer ZDF-Studio. Für einen Verwandtenbesuch reichte es diesmal nicht: "Ich fliege gleich zurück nach München und hole meine Tochter von der Schule ab."

Und mit wem wird sie am Abend ihren Krimi "Gefährliches Schweigen" im Fernsehen anschauen? Veronica Ferres überlegt. "Oh, da habe ich meine Yogastunde. Ach was, die verschiebe ich und lade ein paar Freunde zu mir ein", entscheidet sie spontan. Die Rolle als Polizeiseelsorgerin Lena Fauch bedeutet ihr viel.

In der zweiten Folge geht es für sie hart zur Sache, auch körperlich. "Wir haben die Stunts und die Vergewaltigungsszene eingeübt wie eine Choreographie ", sagt sie. Ihr Aussehen hat sie mit einer Kurzhaarperücke verfremdet und dafür vieles auf sich genommen: "Meine langen Haare wurden zu kleinen Schnecken gezwirbelt und festgesteckt. Das fühlte sich an wie eine Wollmütze. Und darüber kam dann die Perücke, eine Tortur bei 30 Grad Sommerhitze."

Sie hätte ihre blonde Mähne auch geopfert, was ein Anschlussfilm in historischen Kostümen aber vereitelte. Nach der Live-Sendung bedankt sich Veronica Ferres bei Moderator Ingo Nommsen für seine gute Vorbereitung. Sie wirkt entspannt und ist in Plauderlaune. "Wenn ich gerade nicht zu sehen war, habe ich kräftig gefuttert", verrät sie. "Ich liebe mein Frühstück und halte mich dafür beim Abendessen zurück."

Ihr Alltag mit Tochter Lilly, 12, sei ganz normal: "Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Wenn sie in der Schule ist, fahre ich in meine Produktionsfirma." Aber es gibt auch viele Tage, die durchgetaktet sind und von früh bis spät Disziplin verlangen: Dreharbeiten in aller Welt, zuletzt in Portugal für einen Film mit John Malkovich. Pressetermine. Schaulaufen auf roten Teppichen. Kinopremieren. Der nächsten am Donnerstag in München fiebert sie sogar doppelt entgegen.

Bei "Der Teufelsgeiger" mit David Garrett als Paganini spielt Veronica Ferres die Frau seines Impresarios und ist zudem als Ko-Produzentin gespannt auf die Resonanz. Nach der Premiere wird sie dann mit ihrer Lilly in die Herbstferien fliegen. In weite Ferne, in die Sonne? Ein freundlicher Blick aus blauen Augen. "Weg", antwortet sie nur und lächelt. Kapiert, Frau Ferres. Dann fragen wir Sie besser nicht, ob Ihr Lebensgefährte Carsten Maschmeyer mitreisen wird.

Regina Goldlücke

(RP)