Tote Hosen Konzert in Düsseldorf 2019: „Es ist wie eine Familie“

Tote-Hosen-Konzert in Düsseldorf : „Es ist wie eine Familie“

Gleich zwei Konzerte geben die Toten Hosen an diesem Wochenende in der Tonhalle. Wer dafür keine Karten ergattern konnte, ging bereits am Freitag zur öffentlichen Probe. Denn davon versprachen sich die Fans einen Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich hätten sich die beiden Mülheimer Katja und Christoph glücklich schätzen können, hatten die zwei doch für beide Konzerte Tickets einheimsen können. Doch für einen echten Fan ist das nicht genug. „Wir hoffen, dass wir noch spontan ein Ticket ergattern können“, erzählte Katja am Freitagabend vor der öffentlichen Probe in der Düsseldorfer Tonhalle. Seit mehr als 20 Jahren sind die beiden große Fans der Band. Bevor ihre Kinder auf die Welt kamen, reisten die beiden für die Konzerte mitunter auch weite Strecken quer durch Deutschland.

Das hat sich mittlerweile zwar geändert, doch die Auftritte in Düsseldorf sind noch immer Pflicht. „Es ist wie eine Familie“, schwärmt die 36-Jährige über die Atmosphäre unter den Fans. Ein Lieblingslied haben die beiden nicht. „Früher war es ‚Alles aus Liebe’“, erzählte Christoph, „das haben wir uns auch auf unsere Eheringe gravieren lassen.“

Auch Dirk und Eva aus Büren in der Nähe von Paderborn sind schon lange Fans der Band. Unstimmigkeiten gibt es jedoch bei der Frage nach dem Lieblingslied. Für Dirk ist es „1000 gute Gründe“, für Eva „Wannsee“, was ihren Ehemann zum Kopfschütteln bringt.

Eva und Dirk aus Büren haben für die Probe sogar ihren Urlaub um einen Tag verschoben. Foto: Daniel Schrader

Gemeinsam waren sie schon bei rund 20 Konzerten, für das Event am Freitag haben sie sogar extra ihren Urlaub um einen Tag nach hinten verschoben. „Die Probe ist mal etwas anderes als ein Konzert“, sagte Eva.

Das sahen Marion und ihre Tochter Melanie aus Meerbusch ähnlich. Denn Melanie spielt selbst in einer Coverband und war deshalb besonders neugierig auf die Probe, da sie die Situation selbst gut kennt. „Die Band ist sicher lockerer als bei den Konzerten“, sagte sie. „Ich finde es auch spannend, einmal zu sehen, wie es hinter den Kulissen abläuft“, sagte ihre Mutter Marion.

Marion (l.) und ihre Tochter Melanie, die in einer Coverband auch Lieder der Toten Hosen spielt. Foto: Daniel Schrader

Der Auftritt der Toten Hosen in der Tonhalle ist ohnehin immer etwas Besonderes. Ihre Premiere in der Tonhalle hatten die Hosen im Sommer 2012. Damals überraschte die Band im Vorfeld ihre treuesten Fans, die nachts vor der Tonhalle campierten, um eine Karte zu ergattern: Um 1 Uhr fuhren Campino und Co. nach einem Konzert in Essen vor, gaben ein Spontankonzert und verteilten Bier. Das Konzert wurde dann eine große Party, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Tonhallen-Intendant Michael Becker erlebten staunend ihr erstes Hosen-Konzert.

Ein besonderes Erlebnis waren ein Jahr später die Konzerte mit dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule. Die Band spielte Musik, die von Nationalsozialisten geächtet worden war.

Intendant Becker war dieses Mal bereits am Freitagabend dabei, der Samstag war bei ihm für das Lichterfest in Benrath reserviert und der Sonntag wieder für die Toten Hosen – halt ein intensives musikalisches Wochenende bis zum bitteren Ende.

Mehr von RP ONLINE