Jubiläum: Torsten Fuhrberg schickt Models in alle Welt

Jubiläum : Torsten Fuhrberg schickt Models in alle Welt

Eigentlich hatte Torsten Fuhrberg immer davon geträumt, Rockkonzerte zu veranstalten. Als daraus nichts wurde, musste er sich umschauen. Und das tat er ziemlich erfolgreich. Heute leitet er eine der ältesten Modelagenturen Deutschlands, und die feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Eigentlich hatte Torsten Fuhrberg immer davon geträumt, Rockkonzerte zu veranstalten. Als daraus nichts wurde, musste er sich umschauen. Und das tat er ziemlich erfolgreich. Heute leitet er eine der ältesten Modelagenturen Deutschlands, und die feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

"Das Model-Business gilt als eines der härtesten Geschäfte der Welt, das sich zudem im stetigen Wandel befindet", weiß er. Er behält dennoch den Überblick - als Inhaber von "Model Pool". Gegründet wurde die Agentur 1978 in Oberkassel. Zwischenzeitlich zog die an das Rathausufer in die Nähe des Graf-Adolf-Platzes. Von dort aus schicken Fuhrberg und sein Team Models in die ganze Welt.

"Unsere Arbeit hier ist sehr international", erklärt der Mann, der seit 1990 die Geschäfte leitet. Kürzlich war er noch in Cannes und Tokio.

Seit 30 Jahren leitet Torsten Fuhrberg "Model Pool", seit 40 Jahren gibt es jetzt die Agentur. Foto: Andreas Bretz

Mit über 500 weiblichen und männlichen Models arbeitet er zusammen, und der Modelmarkt wächst stetig. "Seit 'Germany's Next Topmodel' im Fernsehen läuft, bewerben sich immer mehr Models", so Fuhrberg über den Effekt der Castingshow mit Heidi Klum, die seit 2006 ausgestrahlt wird.

"Früher musste ich mit Visitenkarten durch die Clubs und Straßen laufen, um potenzielle Models anzuwerben. Heute haben wir viel mehr und einfachere Möglichkeiten." Eine Entwicklung, die dazu maßgeblich beigetragen hat, ist die Digitalisierung. "Damals hat man per Post 20 Sedcards von Models an seinen Kunden als Vorschlag geschickt. Nachdem der sich fünf ausgesucht hatte, fuhr ein Fahrer mit den Büchern der Models los und brachte die Bilder persönlich vorbei. Heute läuft alles digital über das Internet."

In Sachen digitale Medien sei seine Düsseldorfer Agentur sowieso immer eine Art Vorreiter gewesen, sagt er stolz. Als das soziale Netzwerk Facebook noch in den Kinderschuhen steckte, war Model Pool dort bereits präsent. "Auch bei Instagram war die Agentur eine der ersten, die dort vertreten war. Dabei geht es natürlich darum, seine Zielgruppe anzusprechen. Und das sind unsere Kunden, meistens im Alter von 23 bis 40 Jahren. Die erreicht man besonders über die sozialen Medien."

Auch wenn die digitale Entwicklung das Tagesgeschäft in der Modelbranche um ein Vielfaches vereinfacht hat, sieht der Model-Pool-Chef nicht nur Vorteile. Die technischen Möglichkeiten, das gleiche Foto eines Models für immer wieder verschiedene Kollektionen zu benutzen und nur die Klamotten digital zu wechseln, sind längst gegeben.

Darin sieht Fuhrberg durchaus eine Gefahr für die Branche. Auch deshalb hat er 1992 mit "VELMA" den Verband der lizenzierten Modelagenturen mitgegründet. Der Zusammenschluss namhafter Modellagenturen möchte so einen seriösen und fairen Umgang untereinander gewährleisten.

Während die Digitalisierung für einen großen Umbruch der Branche gesorgt hat, haben sich die Model-Trends seit dem Beginn in den 1970er Jahren gar nicht so sehr geändert, resümiert der Branchenkenner. "Beauty ist Beauty", meint Fuhrberg, der dennoch zwei neue aktuelle Entwicklungen ausmachen kann. Was früher Pfui war, ist heute hui: "Früher waren Tattoos ein klares Ausschlusskriterium für Models, heute gibt es einen extra Markt dafür." Und noch eine Besonderheit umtreibt Torsten Fuhrberg: Generell finde ich - auch passend zu den Tattoos - dass die Models mittlerweile immer mehr unsere Gesellschaft widerspiegeln."

Sebastian Kalenberg

(RP)
Mehr von RP ONLINE