1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Origami: Tobias Löffler macht Kunst aus Papier

Origami : Tobias Löffler macht Kunst aus Papier

Im Kindergarten hat er seine ersten Dampfschiffe gefaltet. "Als Erwachsener, mit etwa 20 Jahren, habe ich mich daran erinnert, wie viel Spaß mir das damals gemacht hat", erzählt Tobias Löffler. Er kaufte sich ein Origami-Buch, lernte den traditionellen Kranich zu falten - ein klassisches Modell für Origami-Einsteiger. Doch dabei blieb es nicht.

Im Kindergarten hat er seine ersten Dampfschiffe gefaltet. "Als Erwachsener, mit etwa 20 Jahren, habe ich mich daran erinnert, wie viel Spaß mir das damals gemacht hat", erzählt Tobias Löffler. Er kaufte sich ein Origami-Buch, lernte den traditionellen Kranich zu falten - ein klassisches Modell für Origami-Einsteiger. Doch dabei blieb es nicht.

Er suchte sich immer mehr Modelle in Büchern und im Internet, bewältigte immer komplexere Anleitungen. Der Japaner Akira Yoshizawa erschuf in den 1950er Jahren ein Diagrammsystem, mit dem die Faltanleitungen bis heute dargestellt werden. Ständig entwickeln Origami-Fans auf der ganzen Welt neue Figuren in verschiedenen Schwierigkeitsgeraden - vom Ufo bis zum Bungee-Springer.

14 Jahre sind seit Löfflers ersten Origami-Versuchen vergangen, etwa 20 Figuren kann er heute auswendig, unzählige andere nach Anleitung falten. "Bis man die Figuren wirklich auswendig kann, braucht es selbst bei vermeintlich einfacheren Modellen oft 30 bis 40 Wiederholungen", weiß er aus Erfahrung. Eine Packung mit kleinem Origami-Papier hat er fast immer dabei. Für den Physiker ist das Hobby vor allem eins: entspannend. "Ich war immer sehr aktiv an der Uni, zum Beispiel im Senat. So wie andere bei langen Sitzungen oder Tagung vielleicht ihr Strickzeug mitnehmen, falte ich eben zwischendurch Elefanten oder Herzen." Selbst beim Treffen mit Freunden in der Kneipe packt er oft das Papier aus. "Die meisten freuen sich schließlich, wenn sie eine Figur geschenkt bekommen."

Die Idee, seine Kenntnisse an andere weiterzugeben, sei eher zufällig entstanden: "Ich hatte guten Kontakt zu den Leuten vom Hochschulsport und mit ihnen öfter gescherzt: 'Wenn Schach ein Sport ist, ist Origami das doch auch'", erzählt Löffler. Die Antwort der Hochschulsport-Organisatoren lautete meist augenzwinkernd: "Na, dann mach doch." Und Löffler machte: Er ließ sich einen Trainerschein ausstellen und beantragte die Kostenübernahme für das Papier. Seit mehr als fünf Jahren treffen sich nun wöchentlich etwa zehn Studenten, um unter Löfflers Anleitung Papierfiguren zu falten. "Mir war vorher ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es kaum ähnliche Angebote in der Umgebung gibt. Ich hatte sogar einen Gast-Teilnehmer aus Wuppertal, der schon lange nach einer Origami-Gruppe gesucht hatte, die sich regelmäßig trifft."

Geduld, räumliches Denken und Fingerspitzengefühl sind bei den Teilnehmern gefragt. Für kompliziertere Figuren braucht es auch schon mal mehrere Sitzungen, allein das Einhorn zu falten, hat beim ersten Mal etwa sieben Stunden gedauert. Bei Figuren, die Origami-Falter bereits beherrschen, liegt die Herausforderung darin, sie mit immer kleinerem Papier zu schaffen. Wenn die Finger dafür zu groß sind, geht es mit Pinzetten weiter.

Ina Armbruster

(RP)