Theater an der Kö Düsseldorf: Familienzwist um die neue Frau des Vaters

Theater an der Kö in Düsseldorf : Familienzwist um Papas neue Freundin im Theater an der Kö

In der Komödie „Die Neue“ im Theater an der Kö steht der Schauspieler Peter Bongartz auf der Bühne, der mit seiner neuen Partnerin für eine Menge Ärger in der Familie sorgt.

Ein Wunsch von René Heinersdorff für die Jubiläums-Spielzeit in seinem „Theater an der Kö“ erfüllte sich erst mit einiger Beharrlichkeit. Er wollte unbedingt Peter Bongartz für die Hauptrolle in „Die Neue“ gewinnen. „Es war nicht so leicht, meinen alten Freund zu überzeugen“, erzählt er. „Peter spielt eigentlich nur noch Zwei-Personen-Stücke.“ Der Theaterchef bringt einen seiner typischen Scherze an: „Das hat den Vorteil, dass er immer weiß, wann er dran ist. Nämlich dann, wenn der andere schweigt.“ Heinersdorff führt auch Regie bei der französischen Komödie „Die Neue“ von Eric Assous, die heute Abend ihre Premiere auf der Theaterbühne feiert.

Fünf Personen stehen auf der Bühne. Grandseigneur Peter Bongartz spielt Rotger, einen Witwer, dem noch einmal das Glück begegnet. Entschlossen, es am Schopf zu packen, weiht er seine beiden erwachsenen Söhne ein. Doch damit begibt er sich auf Glatteis und droht an seiner Offenheit zu scheitern. Einer der Söhne, Oliver Dupont, beschreibt seine Figur als „Stinkstiefel, der die Pubertät nie hinter sich gelassen hat.“ Auch sein Bruder (Makke Schneider) ist wenig begeistert. Dessen schwangere Frau, ein heiteres Gemüt, versucht zu vermitteln. Isa Weiß hat als Fanny ein Heimspiel, sie lebt in Düsseldorf: „Ein großes Geschenk.“ Ann-Cathrin Sudhoff wirbelt die Familie durcheinander. Ihr Erscheinen löst Zwist aus, befeuert durch Eifersucht, das Erbe, die Loyalität der Söhne zur verstorbenen Mutter. Als neue Ehefrau gerät sie zwischen die Fronten. „Beim Versuch, alles richtig zu machen, geht komödiantisch einiges schief“, berichtet sie.

Reine Harmonie herrscht dagegen im Ensemble. Ann-Cathrin Sudhoff schwärmt von ihrem Partner Peter Bongartz: „Ich erlebe ihn als liebenswürdigen, humorvollen und scharfsinnigen Kollegen. 2006 spielte ich im Fernsehen seine Tochter, jetzt kehre ich als Frau an seine Seite zurück.“ Die dreifache Mutter stammt aus Essen und wurde unter anderem als Polizistin in der ARD-Serie „Großstadtrevier“ bekannt. Dann kriegt aber auch René Heinersdorff ein paar Streicheleinheiten ab: „Witzig und schnell im Kopf. Man darf alles sagen und genießt unter seiner Regie eine große Freiheit“, sagt sie. Peter Bongartz stimmt in das Lob ein: „Der einzige Mann, der immer positiv ist und keine falschen Machtkomplexe hat.“ Das Stück läuft bis zum 15. März im „Theater an der Kö“. Karten gibt es ab 13 Euro an der Theaterkasse und theateranderkoe.de.