Rosenmontagszug-Wagen: So fahren Christian und Claudia im Zoch

Rosenmontagszug-Wagen : So fahren Christian und Claudia im Zoch

Bis zum Rosenmontag sind es noch über drei Monate, aber in der Wagenbauhalle der Jecken am Steinberg in Bilk wird schon fleißig der Kleister angerührt und Draht verbogen.

Längst haben die Arbeiten für die ersten Wagen begonnen - und auch das Prachtgefährt für das neue Prinzenpaar Christian (Zeelen) und Claudia (Monreal) nimmt schon erste Formen an. Viel zu sehen ist zwar noch nicht, aber man kann ahnen, dass der gesamte Wagen wohl aus einer einzigen Figur bestehen wird. Und was soll die darstellen? Der Prinz hält sich bedeckt: "Wir sollen den personifizierten Frohsinn zeigen, bei uns gibt es keine schlechten Schwingungen", sagt Zeelen. Mehr will er nicht verraten über die "good vibrations" im Zoch.

Aber eins ist klar: Dieser prinzliche Ober-Jeck aus Draht und Pappmaché wird als Zeichen seiner lachhaften Macht eine eindeutige Kopfbedeckung tragen - den sogenannten Kur-Hut. Das ist eine Art Krone, zu besichtigen bei Jan Wellemvor dem Rathaus. Gestern griffen der Prinz und seine Venetia selbst zu Draht und Knochenleim, um dem Hut seine letzten runden Formen zu geben. Das wuchtige Ding, gut anderthalb Meter im Durchmesser, dürfte bald fertig sein.

Düsseldorfer Prinz Christian bei der Anprobe

Des Prinzen Hilfe war übrigens durchaus sachkundig: Zeelen war seinerzeit Trauzeuge bei Ex-Prinz Peter Sökefeld. Zum Junggesellen-Abschied schenkten ihm seine Freunde eine selbstgemachte Figur aus der Werkstatt von Wagenbauer Jacques Tilly. Um die mitbauen zu können, ließ sich Zeelen seinerzeit beibringen, wie man mit Draht, Blumenpapier und Leim dreidimensionale Karikaturen baut. "Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mir die Finger an dem Draht blutig gepickt habe", sagt der heutige Prinz. Das ist ihm gestern nicht passiert, sondern er und seine Venetia zeigten sich geschickt im Umgang mit eingeweichtem Papier und dem Drahtgeflecht, aus dem die Aufbauen der Rosenmontagswagen alle bestehen.

In der Wagenbauhalle am Steinberg war die Stimmung jedenfalls noch sehr entspannt. Für die Vereine beginnt der Stress mit den neuen Wagen erst in einigen Wochen - und dann werden auch wieder einige Bereiche abgeschlossen sein. Denn um die Weihnachtszeit beginnt Tilly mit den Entwürfen für seine politischen Motto-Wagen. Ideen hat er reichlich, wie immer - aber noch wartet er die politische Entwicklung ab. Als gesetzt gilt das Thema OB-Wahl - Elbers verliert, Geisel gewinnt. Wie Tilly das umsetzt, wird mit Spannung erwartet. Gängeln lässt er sich nicht, nur der CC-Vorstand sieht die Ideen vorher. Und damit keiner vorab Einfluss nehmen kann, werden diese Wagen in einer eigenen Halle im Hinterhof gebaut.

(RP)
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