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Düsseldorfer Oberbürgermeister verärgert: Problem mit Hundehaufen im Rathaus-Hof

Düsseldorfer Oberbürgermeister verärgert : Problem mit Hundehaufen im Rathaus-Hof

Großen Ärger im Rathaus und bei Oberbürgermeister Dirk Elbers bereiten derzeit einige Hunde und ihre Besitzer. Der Grund: Ein Baum im Innenhof des Rathauses hat sich zur beliebtesten Hundetoilette der Stadt entwickelt.

Großen Ärger im Rathaus und bei Oberbürgermeister Dirk Elbers bereiten derzeit einige Hunde und ihre Besitzer. Der Grund: Ein Baum im Innenhof des Rathauses hat sich zur beliebtesten Hundetoilette der Stadt entwickelt.

Zwischenzeitlich war das Blumenbeet am Fuße des Baumes so sehr verdreckt, dass die städtischen Gärtner ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten, sagte der Büroleiter des Oberbürgermeisters, Frank Scholz, am Sonntag auf Anfrage.

Die illegale Toilette für Vierbeiner verärgerte Elbers so sehr, dass er ein Schreiben an alle Mitarbeiter des Düsseldorfer Rathaus veranlasste. Darin werden diese aufgefordert, selbst die Initiative zu ergreifen, um noch mehr Hundedreck unter dem Rathausbaum zu verhindern. Nur wie, das wird nicht konkret ausgesprochen.

Wörtlich steht in dem Schreiben, das vom Liegenschaftsamt verschickt wurde: "Bedauerlicherweise musste in der vergangenen Zeit vermehrt festgestellt werden, dass die Baumscheibe im Innenhof des Gebäudekomplexes Burgplatz als Hundetoilette genutzt wird. Nicht zuletzt aufgrund der entsprechenden Nutzung des Innenhofes ist es unerlässlich, Hundebesitzer darauf hinzuweisen, diese Ordnungswidrigkeit zu unterlassen."

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Im Innenhof parkt unter anderem der neue Dienstwagen des OB. In dem Verwaltungsschreiben heißt es weiter: "Ich möchte Sie höflichst darum bitten, entsprechend aufmerksam auf ein Sauberhalten des Innenhofes hinzuwirken." Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen auf Drängen des OB bereits ein Schild mit der Aufschrift "Dies ist kein Hundeklo" im Rathaus-Innenhof aufgestellt haben.

Aus dem Rathaus war zu hören, dass der Verwaltungsaufruf durch Ereignisse in den vergangenen Wochen ausgelöst wurde. Es sei nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet direkt vor dem Amtssitz des Stadtoberhauptes ein illegales Hundeklo entstanden ist. Immerhin ist das städtische Ordnungsamt für die Ahndung solcher Vergehen zuständig. Am Wochenende ist der Innenhof geschlossen, Unter der Woche aber für jedermann, auch mit Hund, zugänglich.

Auf die "Verunreinigung durch einen Hund" steht laut Düsseldorfer Bußgeld-Katalog eine Strafe von mindestens 75 Euro.

In der Nachbarstadt Köln geht man mit drastischeren Strafen gegen vor. Für Hundekot auf einem Spielplatz müssen dort bis zu 500 Euro Bußgeld gezahlt werden. Dort hängt die Höhe der Strafe vom Ort der Ordnungswidrigkeit ab. In Deutschland regeln die Kommunen solche Angelegenheiten, und die meisten schreiben eine Beseitigung der Haufen vor. In der Schweiz haben die Regelungen um den Hundekot fast einmal Verfassungsrang erreicht.

Die "Eidgenössische Volksinitiative zur Hundekotentfernung auf öffentlichem Grund" hatte zum Ziel, die Beseitigung der Haufen mit drei Artikeln in die Schweizer Verfassung aufzunehmen. Vergehen sollten mit 5000 Franken Strafe, bei Wiederholung mit einem Verbot der Hundehaltung geahndet werden.

Thorsten Breitkopf

(RP)