Open Source Festival 2109 in Düsseldorf: Wimbledon des Festivalsommers

Open Source in Düsseldorf : Das Wimbledon des Festivalsommers

Dieses Festival, das am 12. und 13. Juli auf der Galopprennbahn in Grafenberg stattfindet, hat Tradition. Namhafte Künstler und Denker sagten sich an.

Erster Gedanke im Central: Das Open-Source-Festival ist inzwischen eine Marke. Und die steht längst nicht mehr nur für Musik, sondern für Innovation und Kreativität, für Gegenwartskunde und vernetztes Denken in Zeiten der Digitalisierung. Festivalmacher Philipp Maiburg stellte in der Ausweichspielstätte des Schauspielhauses das Programm des nächsten „Open Source“ vor, das am 12. und 13. Juli auf der Galopprennbahn in Grafenberg stattfindet. Wie im vergangenen Jahr gibt es am ersten Tag den Congress, am zweiten das Festival. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe war gekommen, um zu sagen, wie sehr der Stadt das Ereignis am Herzen liegt. Und Christian Friedel vom Schauspielhaus bekräftigte die neue Kooperationsgemeinschaft zwischen Theater und Festival: Der Musiker und Schauspieler, den man aus „Hamlet“ und dem „Sandmann“ kennt, wird beim Congress über Kreativität sprechen und beim Festival mit seiner Band Woods Of Birnam auftreten. Überhaupt geht es beim Open Source viel um Vernetzung, das ganze Jahr über finden unter dem Label „OSF+“ an wechselnden Orten Konzerte statt, Filmvorführungen und Partys.

Herzstück der Marke ist indes das Wochenende im Juli. Zum Festival haben Philipp Maiburg und Programmleiterin Alicia Holthausen Künstler eingeladen, denen sie zutrauen, das Neue in die Welt und das Ungehörte in den Pop zu bringen. Das großartige Duo Peaking Lights aus Kalifornien etwa, das seine Songs in weiten Hallräumen zum Leuchten bringt. Oder den Rapper Talib Kweli. Oder Faber, den Liedermacher aus der Schweiz, der mit 25 schon klingt, als sei er der ältere Bruder von Leonard Cohen. Außerdem kommen Dam-Funk, Yves Tumor, Sohn und die Düsseldorfer Band Toresch, zu der auch Detlef Weinrich gehört, Mastermind im Salon des Amateurs. Das ist nun bereits die 14. Ausgabe, und im Kalender der Düsseldorfer Festivals ist das Open Source so etwas wie Wimbledon im Tennis. Lichtkünstler Mischa Kuball lässt seine Studenten wie gewohnt markante Stellen des Geländes gestalten, dazu gibt es im Führring der Rennbahn Büdchen und Stände, in denen sich Organisationen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft vorstellen. Großes Gewimmel. Großartig, weil anregend, war im vergangenen Jahr der erste Congress, der mit einem Vortrag von Richard David Precht begann. Und wenn man die Sprecher, Diskutanten und Vorträger dieses Jahres genannt bekommt, ahnt man, dass es wieder gut wird. Die Moderatorin und Influencerin Sophie Passmann, die gerade den Bestseller „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, wird erwartet, ebenso Milena Glimbovski, Gründerin der Unverpackt-Supermärkte. Ji Lee, Kreativ-Direktor von Facebook wird über das Problemlösen sprechen. Podcast-König Matze Hielscher („Hotel Matze“) ist auch da, ebenso das Kollektiv Assemble aus London, das für seine Architektur-, Design- und Kunst-Konzepte zur Zukunft des Zusammenlebens 2015 mit dem Turner Prize geehrt wurde. 1Live-Moderation Anja Backhaus, die den Congress 2018 moderierte, sagte damals etwas Richtungsweisendes: Dass an Tag Eins der Kopf tanzte, an Tag zwei die Beine. Gutes Motto. Philipp Holstein

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