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Düsseldorf: Nennen Sie ein ganz besonderes Weihnachtsfest...

Düsseldorf : Nennen Sie ein ganz besonderes Weihnachtsfest...

Gibt es für jeden Menschen das eine, das ganz besondere Weihnachtsfest, das alle anderen überstrahlte? Wir haben uns bei bekannten Düsseldorfern umgehört.

Für Kay Lorentz ist die Sache ganz einfach. "Das schönste Fest ist immer das vor mir liegende", sagt der "Kom(m)ödchen"-Chef. Diesmal allerdings ist seine Vorfreude besonders groß: "Ich darf mit meiner Familie nach New York reisen." Ganz ähnlich drückt sich Bürgermeister Friedrich Conzen aus: "Jedes Weihachtsfest, das ich im Kreise meiner Lieben verbringen konnte, war das schönste." Auch Susanne Anna, Leiterin des Statdmuseums, kramt nicht in der Vergangenheit: "Alle Jahre wieder mit meinem Mann zu feiern, ist für mich am schönsten - perfekte Harmonie." Wer Kinder hat, erinnert sich gern an die unwiederbringliche Zeit, als sie noch klein waren. Für Cyrus Heydarian hatte Weihnachten 2010 die größte Magie: "Es war das erste Fest mit unseren zwei Kindern Nouri und Nayla", sagt der Direktor des "Breidenbacher Hofs". Er und seine Frau Natalie hätten damals voller Dankbarkeit gespürt, als Familie komplett zu sein.

Auch Michael Becker, Chef der Tonhalle, denkt zuerst an seine vier Kinder: "Im Moment wirkt immer das vergangene Fest am meisten nach. Die Kinder wachsen. Und bei solchen Gelegenheiten lässt sich gut ablesen, was über zwölf Monate an Fähigkeiten, Fragen, Wissen und Wünschen in ihren Kosmos eingedrungen ist." Claudia Monreal erinnert sich mit leiser Wehmut an frühere Jahre: "Meine schönsten Weihnachten waren die, als meine Töchter, heute 15 und elf Jahre alt, noch klein waren und an den Weihnachtsmann glaubten", erzählt die Moderatorin und neue Venetia. "Diese leuchtenden Kinderaugen, wenn die Wohnzimmertür geöffnet wurde und die Geschenke unterm Baum lagen, werde ich nie vergessen."

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Unvergesslich für Christiane Oxenfort, Leiterin des "Düsseldorf Festivals", ist Weihnachten 2005, "als meine damals vier Monate alte Tochter Johanna mit Engelsflügelchen unterm Christbaum lag und uns alle anstrahlte. Ein größeres Geschenk und Wunder ist nicht vorstellbar." Welche Bedeutung die Familie hat, offenbart sich am stärksten zur Weihnachtszeit. "Mit allen Verwandten um einen Tisch", so hatte es Bertold Reul immer am liebsten. Solche Runden sind Vergangenheit. Aber der Heilige Abend ist dem Direktor des neuen Derag Livinghotels De Medici an der Mühlenstraße tatsächlich heilig. Er verbringt ihn nach dem Tod seines Vaters stets bei seiner Mutter in Stolberg, traditionell gibt es Fondue. Zum ersten Mal feiert in diesem Jahr Sopranistin Eva Bodorová aus der Slowakei getrennt von ihren Eltern. "Ich werde sie sehr vermissen", sagt die Sängerin, die seit Sommer 2014 zum Opernstudio der Rheinoper gehört und als Sacerdotessa in "Aida" umjubelt wird. "Weihnachten bedeutet für mich Wärme und Liebe. Zum Glück ist jetzt mein Freund länger in Düsseldorf. Mein schönstes Fest kann ich gar nicht benennen. Hauptsache, alle sind zusammen."

Oberbürgermeister Thomas Geisel erwähnt sein lustigstes Weihnachtserlebnis Anfang der 1980er Jahre. "Ich sollte mit dem Organisten Franz Brendle in einer katholischen Kirche bei Ellwangen spielen. Der Pfarrer kündigte unser Orgel-Flöten-Duo mit ,Hans Brendle und seine Kapelle' an. Ihm war es peinlich, dass ein evangelischer Sozialdemokrat in seiner Kirche musiziert." Das Schauspieler-Ehepaar Ute Stein und Volker Conradt genoss die Weihnachtsfeste in Gstaad über mehrere Jahre am meisten. "Wir spielten Theater im Steigenberger Hotel, wo sich auch ein kleiner Weihnachtsmarkt etabliert hatte. Mit dem Pferdeschlitten ging es beim Schein von Fackeln durch den verschneiten Winterwald. Traumhaft." Am weißen Zauber macht auch Filmmuseum-Chef Bernd Desinger seine schönsten Erinnerungen fest. "Das war in unserem zweiten Jahr in Toronto. Draußen war es kalt, drinnen wohlig warm. Statt des Christkinds kam Santa Claus und stellte ein Aquarium mit zwei Goldfischen unter den Baum. Die Kinder staunten, wie Santa das gefüllte Becken durch den Kamin transportieren konnte", sagt der Leiter des Filmmuseums schmunzelnd. Manche der Befragten dachten zurück an ihre eigene Kindheit. "Am schönsten war das Fest, als ich klein war, zusammen mit meinen Eltern und Geschwistern", sagt Schönheits-Ärztin Barbara Sturm, die 2014 ihr zweites Kind bekam. "In der Kirche machten wir beim Krippenspiel mit, gingen nach Hause und warteten, bis das Glöckchen läutete und es die Geschenke gab." Stefan Jürging verbindet sein schönstes Fest mit einem bedeutsamen Geschenk: "1980 bekam ich mit 15 Jahren von meinem Vater einen Rasierapparat, der netzunabhängig per Dynamokurbel aufgeladen werden konnte. Nach 30 Sekunden Kurbelei ließen sich flugs die paar Stoppeln, die eben zu sprießen begonnen hatten, abrasieren. Und für den jugendlichen Oberlippen-Bart gab es noch einen Langhaarschneider."

Festlichkeit und Zuwendung durch die Familie hätten alle ihre Weihnachtsfeste geprägt, sagt Suzanne Oetker- von Franquet. "Meine Großeltern scharten alle um sich. Im Advent wurde vorgelesen, gesungen, gebastelt und gebacken. Das Wohnzimmer blieb vor der Bescherung verschlossen. Wenn es dunkelte, ging ich an der Hand meines Großvaters spazieren. Die Welt schien still zu stehen. Dieses Innehalten gefiel mir gut", sagt die Vorsitzende der Bürgerstiftung. Später brachte sie mit ihrer Pfadfinder-Mädchengruppe an Heiligabend kleine Geschenke zu alleinstehenden Senioren. "Was ich dort erlebte, öffnete mir die Augen für das Leid vieler Menschen. Für meine persönliche Entwicklung war dies ein einschneidendes Erlebnis."

Bliebe noch das Herrchen von Willy, Eckart Schulze-Neuhoff. "Willys Ankunft bereitete uns 2010 das eindeutig schönste Fest", erzählt der Leiter des Robert-Schumann-Saals. Willy ist ein französischer Jagdhund der Rasse Petit Basset Griffon, "und außerdem Freund, Therapeut, treuer Weggefährte - einfach Balsam für die Seele". Regina Goldlücke

Hier geht es zur Bilderstrecke: Prominente Düsseldorfer erzählen vom besonderen Weihnachten

(RP)