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Heimatliebe: Nächster Halt Schleswig-Holstein

Heimatliebe : Nächster Halt Schleswig-Holstein

Einen Umweg von 445 Kilometer hin und 445 Kilometer zurück müsste der Bus 722 fahren, um die Haltestelle Reichenbacher Weg anzufahren. Denn die steht nun in Schleswig-Holstein, in der Gemeinde Witzeeze. Immerhin zwei Fahrgäste würden dort mit Sicherheit zusteigen: Stefanie Reichenbach und Benjamin Schmahl.

Einen Umweg von 445 Kilometer hin und 445 Kilometer zurück müsste der Bus 722 fahren, um die Haltestelle Reichenbacher Weg anzufahren. Denn die steht nun in Schleswig-Holstein, in der Gemeinde Witzeeze. Immerhin zwei Fahrgäste würden dort mit Sicherheit zusteigen: Stefanie Reichenbach und Benjamin Schmahl.

Das Paar ist vor kurzem in den Norden Deutschlands gezogen. "Mein Lebensgefährte kommt hier her, und es stand fest, dass er irgendwann zurückgehen würde", sagt Reichenbach. Ein ungewöhnliches Andenken an die alte Heimat wollte die 27-Jährige jedoch unbedingt mitnehmen: Das Haltestellenschild, das für 20 Euro zum Verkauf angeboten worden war, als die Rheinbahn neue Schilder angeschafft hatte. Denn nicht nur passt der Straßenname zu ihrem Nachnamen, genau an dieser Haltestelle war Stefanie Reichenbach auch jahrelang ein- und ausgestiegen, um mit den Linien 722 und 736 in die Innenstadt und zur Schule zu fahren und wieder nach Hause zu gelangen.

Nur mit dem Schild gab die Düsseldorferin sich nicht zufrieden. Einen typischen grünen Mülleimer, wie er an vielen Bushaltestellen zu finden ist, gab es von einer Freundin als Abschiedsgeschenk. Lebensgefährte Benjamin baute vor dem neuen Haus außerdem eine Bank - "zunächst für die Haltestellen-Optik, aber jetzt sitzen wir auch häufiger mal darauf", sagt Reichenbach. Und auch um einen echten, alten Fahrplan bemühten sich die Umzügler: "Wir haben die Rheinbahn kontaktiert und dann irgendwann die Zusage bekommen." Der ersehnte Plan kam per Post.

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In dem kleinen Ort hat die Haltestelle schon für Erheiterung gesorgt. Wann denn der Bus endlich komme, werden Reichenbach und Schmahl häufig gefragt. In der neuen Heimat fühlen sich beide wohl. "Es ist ein bisschen wie Urlaub hier", sagt Reichenbach. Einiges, was in Düsseldorf selbstverständlich war, fehlt ihr aber auch - die Möglichkeit, mal schnell in den Bus zu steigen, ins Kino oder in die Stadt zu fahren zum Beispiel. Auf dem Bänkchen vor dem Haus wartet sie darauf vergeblich: "Dafür braucht man hier ein Auto."

(tak)