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Denkmal: Mutter Ey ist im Modell schon fertig

Denkmal : Mutter Ey ist im Modell schon fertig

Das Modell ist fertig, im Frühjahr wird sie gegossen: die Statue der Mutter Ey, mehr als zwei Meter groß und aus Bronze. "Aufgestellt wird sie im Sommer, wenn der Platz an der Neubrückstraße fertig ist", kündigt Uwe Schmitz, der Chef der Frankonia Eurobau, an. Endlich also in der Altstadt eine auffällige Ehrung der berühmten Düsseldorfer Kunst- und Künstlerfreundin, die den Kreativen in ihrem Bäckerei-Café Brote schmierte und Kredit gewährte, die Werke des Neuen Rheinland in ihrer Galerie an der heutigen Heinrich-Heine-Allee ausstellte.

Das Modell ist fertig, im Frühjahr wird sie gegossen: die Statue der Mutter Ey, mehr als zwei Meter groß und aus Bronze. "Aufgestellt wird sie im Sommer, wenn der Platz an der Neubrückstraße fertig ist", kündigt Uwe Schmitz, der Chef der Frankonia Eurobau, an. Endlich also in der Altstadt eine auffällige Ehrung der berühmten Düsseldorfer Kunst- und Künstlerfreundin, die den Kreativen in ihrem Bäckerei-Café Brote schmierte und Kredit gewährte, die Werke des Neuen Rheinland in ihrer Galerie an der heutigen Heinrich-Heine-Allee ausstellte.

Schmitz errichtet mit seiner Firma das Andreasquartier, und dort will er etwas für die Kunst tun. Nach zwei Besuchen im Atelier des Bildhauers Bert Gerresheim gerät er ins Schwärmen. "Ich bin glücklich mit diesem Entwurf und sehr dankbar." Der Gerresheim, findet Schmitz, "ist einfach ein Supertyp". Beim Termin im Atelier kam der 80-jährige Künstler ins Erzählen, und klar wurde: Mit dem Denkmal für die Mutter Ey rundet sich auch etwas in seinem Leben. Denn die hat er nach dem Krieg kennengelernt, kurz vor ihrem Tod 1947, gerade mal zwölf Jahre war Gerresheim da alt. "Meine Mutter hatte gehört, dass die Ey wieder zurück ist aus Hamburg, also wollte sie mit mir zur Flingerstraße in die Altstadt, wo Ey einen Neustart wagte." Die betagte Künstler-Freundin empfand der Junge als "zerzaustes Denkmal". Ihr klagte Gerresheims Mutter ihr Leid. "Bei dem Jungen ist Hopfen und Malz verloren, er kann nichts als Malen." Das fand die Mutter Ey nun nicht so schlimm und empfahl, mal bei Otto Pankok vorzusprechen. Bei dem studierte Gerresheim dann später an der Kunstakademie.

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Sein Blick auf die Ey heute ist sehr konkret, die stämmige Frau steht fest in einer Wagenburg von Werken, die auch sie berühmt gemacht hat, wofür unter anderem Namen wie Otto Dix und Max Ernst stehen. Letzterer hat den wohl berühmtesten Satz über sie getan. "Großes Ey wir loben dich, Ey wir preisen deine Stärke, vor dir neigt das Rheinland sich und kauft gern und billig deine Werke." Mit der Ey wird Gerresheim deswegen in seinem Werk auch ein Ei verewigen, und weil die Kunst gerne mit Gesetzen aller Art bricht, steht dieses Ei entgegen der Natur aufrecht auf dem Tisch - und die Ey hält ihre Hand darüber. Das Denkmal wird auf dem neuen Mutter-Ey-Platz stehen, gleich neben dem neuen Mutter-Ey-Café, von dem aus es in den ersten Stock geht. Dort sollen junge Künstler ausgestellt werden. Einen Pächter hat Schmitz noch nicht, "er muss Gastronomieerfahrung haben und kunstsinnig sein, sonst machen wir es selbst." Ei Ei Ei, ganz schön viele Wünsche...

Uwe-Jens Ruhnau

(RP)