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Mein Düsseldof bei Instagram: Erst probieren, dann meckern

@meinduesseldorf bei Instagram : Erst probieren, dann meckern

In dieser Woche übernimmt Frauke Kracht den Instagram-Account @meinduesseldorf. Bislang unbekannte Seiten der Stadt entdeckt sie am liebsten mit ihrem Bruder, dem sie ein Stück weit auch ihre unstillbare Neugier zu verdanken hat.

Was Frauke Kracht ausmacht? „Ich glaube, dass ich alles erstmal ausprobieren muss, bevor ich über etwas meckere, und zwar in allen Lebensbereichen, seien es Orte, Essen oder Aktivitäten.“ Sie bezeichnet Düsseldorf gerne als ihre Wahlheimat, weil es für sie das Beste aus Dorf und Großstadt verbinde. Als die jetzt 29-Jährige nach ihrem Studium in Bochum nach Derendorf zog, kannte sie so gut wie niemanden. Doch das sollte nicht lange so bleiben.

Über „Spontacts“, eine App zum Finden von Freunden, baute sich bald ein fester Kreis auf, mit dem sie regelmäßig neue Dinge erlebt oder sich in ihrer Stammkneipe am Spichernplatz trifft. Zuletzt wären sie zum Beispiel gemeinsam Bouldern gewesen. Zu ihren persönlichen Empfehlungen gehört aber auch Tom Hanks’ polnisches Lieblingsrestaurant in der Tannenstraße oder den Comedyslam der „Lachbarschaft“ auf dem alten Schlachthof-Gelände.

Offen für Neues zu sein liegt bei Kracht quasi in der Familie. Ihr zwei Jahre jüngerer Bruder kam mit dem Downsyndrom zur Welt. Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, war ihr schon immer wichtig. Ging sie in ihrer Kindheit und Jugend zum Schwimmverein oder zum Badminton, hat ihr Bruder sie begleitet. Jetzt macht er mindestens zweimal im Jahr bei seiner Schwester „Düsseldorf-Urlaub“. „Da erlebe ich ganz andere Dinge, als es sonst der Fall wäre. So viel, wie ich ihm zeigen kann, so viel kann er mir mindestens genauso zeigen. Viele Menschen sind einfach zu verkopft – und das sind Menschen mit Downsyndrom definitiv nicht.“

Inklusion beginne für Kracht bereits bei der Sprache. „Dass ich ‚Mensch mit Behinderung‘ und nicht ‚behinderter Mensch‘ sage, darauf achte ich zum Beispiel.“ Die Behinderung sei schließlich nur ein sehr kleiner Teil einer sehr großen Persönlichkeit. „Menschen mit schwarzen Haaren nennt man ja auch nicht ‚Schwarzkopf’.“

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