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Max Mutzke macht Düsseldorfern eine Liebeserklärung

Konzert in Düsseldorf : Max Mutzke sorgt in der Tonhalle für gute Laune

Ein Publikum in Best-Stimmung und ein Sänger, der begeistert war von Kulturfreude in Zeiten von Corona: Max Mutzke in der Tonhalle.

Volle Hallen sind in Zeiten von Corona etwas, was Max Mutzke völlig aus dem Häuschen geraten lässt. Der 38-Jährige trat gemeinsam mit dem WDR-Funkhausorchester in der ausverkauften Tonhalle auf. Das Publikum feierte den Sänger über zwei Stunden lang. „Man sieht uns nicht an, dass wir nicht alle Tassen im Schrank haben, in Zeiten wie diesen in ein Konzert zu gehen“, sagte der Mann, der nahe der Schweizer Grenze lebt. Im Nachbarland werden wegen der Corona-Gefahr Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen abgesagt.

Mutzkes direkter Vergleich: Zum Tourauftakt in Köln am vergangenen Donnerstag waren die Tickets zwar rasch weg, „aber tatsächlich sind bestimmt 300 Leute nicht gekommen“, verriet Mutzke. „Da sind die Düsseldorfer schon anders drauf.“ Die spendieren Mutzke und dem Dirigenten auf besonderen Wunsch auch ein Glas Alt. Die beiden teilten ihr Bier brüderlich mit den Orchestermusikern. Jeder nahm einen Schluck, worauf der Sänger augenzwinkernd anmerkte: „So also geht der WDR mit dem Coronavirus um.“

Im Publikum saßen auch einige Promis, darunter Carolin Kebekus, die es sich nicht nehmen lassen wollte, Mutzke live zu erleben. Mutzke und der Comedy-Queen wird seit einer Weile eine Beziehung nachgesagt, was beide weder bestätigen noch dementieren.

Nach Düsseldorf kommt der Musiker jedenfalls immer wieder gerne, und wenn er da ist, schlägt er bei seinem Kumpel Selim Vaol im „What’s Beef“ an der Immermannstraße auf. „Das hat schon Tradition, dass ich da hingehe, wenn ich in der Stadt bin. Ich schleppe auch immer die Bands mit, die mit mir auf Tour sind.“ Fleisch muss für ihn auf dem Teller sein, und zwar schlichts aus Herkunftsgründen, wie Max Mutzke auf der Bühne ausführte: „Im Schwarzwald essen wir die Kühe gleich von der Wiese weg“, erzählte er augenzwinkernd während der Show, in der es für einen Moment auch still wurde. Denn er widmete seiner gestorbenen Mutter einen sehr emotionalen Song.

Seine und ihre besondere Geschichte gab der Sänger dann noch zur Einordnung: Die Schauspielerin sei Alkoholikerin gewesen. „Eine Erkrankung, die in der Gesellschaft leider immer noch tabuisiert wird“, wie Max Mutzke kritisierte. Für die Zugabe gab es dann noch einmal eine Kostprobe seines Könnens mit einer Unplugged-Version von Eric Claptons „Tears in Heaven“.

Konzertbericht Seite C5

(clhö)