Matze Knop zu Gast im Capitol Theater in Düsseldorf

Capitol Theater in Düsseldorf : Ausflug nach Matzeknopien

Der Comedian lud ein nach Matzeknopien und schlüpfte für das Publikum in verschiedene Rollen.

Matze Knop kommt als rockender Reinhold Messner und geht als sächselnder Pornosprecher. Dazwischen liegt ein rund zweistündiges Feuerwerk an großartiger und vielseitiger Unterhaltungskunst: von echten Kalauern zum Schenkelklopfen („Als mein Kumpel in den Hafen der Ehe einlief, hat ihm niemand gesagt, dass dort ein Kriegsschiff liegt“), bis hin zu beeindrucken Persiflagen auf unzählige Fußballer, skurile Showbiz-Größen und natürlich: Politiker. Matze Knops Grundidee in seinem aktuellen Programm „Willkommen in Matzeknopien, ich mach’s jetzt selber“: „Ich schaffe mir mein eigenes Pippi-Langstrumpf-Taka-Tuka Land, weil hier und heute alles irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist. Lodda Matthäus wird zum Frauenbeauftragten, Jürgen Klopp Verteidigungsminister und Yogi Löw ist sowieso überall permanent präsent.“ Alle Figuren werden von dem 44-Jährigen auf unvergleichlich witzige Art parodiert.

Der Comedian nimmt sein begeistertes Publikum für die Zeit der Show mit nach Matzeknopien, einige Zuschauer pickt er sich namentlich heraus und baut sie spontan ins Programm ein. Ob als Supa Richie, selbsternannter Pseudo-Gangstarapper in Jogginganzug oder Amateurfußballtrainer der F-Jugend – Matze Knop versinkt in seine Figuren und erreicht damit genau das, was er sich für sein Land Matzeknopien so sehr wünscht: Alle Bürger sollen fröhlicher sein. In Zeiten, in denen gut bezahlte deutsche Comedien gerne zwei Stunden auf dem Hocker oder am Stehpult verbringen, hebt sich das Multitalent Matze Knop wohltuend ab – er ist ein Powerpaket mit vollem Körpereinsatz, der dadurch aber keinesfalls schlechte Gags kompensiert. Vielleicht sind sie oft nicht so tiefsinnig, trotzdem nie billig, beleidigend oder gar vorführend. Das Publikum im Capitol Theater ist sich sichtbar einig: Es war ein toller Abend mit hohem Unterhaltungswert und vielleicht sogar der Erkenntnis, einigen Dingen „da draußen in der Realität“ doch mehr mit einem Augenzwinkern zu begegnen.

Mehr von RP ONLINE