Markus Fetter aus Düsseldorf spielt Rusty bei Starlight Express

Markus Fetter aus Düsseldorf : Der Rusty aus Starlight Express

Als kleiner Junge skatete Markus Fetter auf seinen Rollschuhen und träumte davon, einmal bei Starlight Express mitzuspielen. Zwölf Jahre später erfüllte sich der Traum des Düsseldorfers – auch wenn er für seine dortige Rolle viel lernen musste.

Er war zwölf, als er sein erstes Musical besuchte: Starlight Express in Bochum. Das war im Sommer. Weihnachten bekam er dann Rollschuhe geschenkt. „Richtige, keine Skater“, betont Markus Fetter. Jede Tanzeinlage, jeden Schritt habe er geübt, sagt der heute 24-Jährige. Er hätte Rusty, die Hauptrolle im Rollschuh-Musical, glatt spielen können.

Was er nicht ahnen konnte: Zwölf Jahre später steht er tatsächlich jeden Abend (und am Wochenende auch nachmittags) auf der Bühne in Bochum. Er düst zurzeit als liebenswerte kleine Dampflok „Rusty“ durch das Starlight-Express-Theater. Und er ist ein absoluter Publikumsliebling.

„Ich hab schon immer gern getanzt“, erinnert sich Fetter, und bereits in der Schule wurde das Talent des gebürtigen Düsseldorfers entdeckt: bei der Tanz AG am Humboldt-Gymnasium. Von dort ging es zum Tanzhaus NRW, wo er vor allem bei der Choreographin Amelie Jawoly tanzte und lernte. Der junge Fetter war also ein begeisterter Tänzer und wusste: „In diese Richtung muss es gehen.“ Doch zunächst machte der Unterrather sein Abitur am Humboldt-Gymnasium, ehe er zum Studium nach Berlin ging. Die Aufnahmeprüfung für das Musical-Studium hatte er auf Anhieb bestanden. Es folgten erste Engagements unter anderem bei „Titanic“ in Bad Hersfeld, „Dornröschen“ beim Sommerfestival in Hanau, und schon während des Studiums war er im Berliner Admiralspalast und in der Oper in Erfurt aufgetreten.

Als zum 30. Geburtstag von Starlight Express vieles modernisiert wurde und ein Casting ausgeschrieben war, da gab es für Markus Fetter keinen Zweifel. „Da musste ich mich sofort bewerben“, und tatsächlich wurde das wahr, wovon er schon als kleiner Junge geträumt hatte. Er bekam die Rolle des Rusty. Das ist bei dem Rollschuhmusical der Gute; die junge Dampflok – liebenswert, aber technisch veraltet. Im großen Rennen mit der Konkurrenz scheint sie keine Chance zu haben. Doch wie im Märchen siegt das Gute. Denn Klein-Rusty gibt niemals auf und erobert mit seiner Sieges-Sicherheit die Herzen der Fans.

Nicht nur Tanzen und Singen gehört in Starlight Express zu den Disziplinen, sondern auch das Rollschuhlaufen. „Da hat mir vielleicht am Anfang geholfen, dass ich als Kind geübt hatte, aber nach drei Tagen war alles vorbei“, sagt Fetter. Er musste eine spezielle Technik lernen, um effizient zu skaten, wie er sagt.

Sieben bis acht Mal pro Woche steht er auf der Rollschuhbühne. Da hat der 24-Jährige wenig Zeit für Freizeit. Sicherlich, mit dem Regional-Express sei er schnell in Düsseldorf, „bin aber nicht so oft zu Hause, wie ich dachte.“

Denn abends auf der Bühne stehen, da sei er anschließend noch fit, bliebe lange auf und schlafe logischerweise bis in den späten Vormittag.

Um 17 Uhr ist er spätestens im Theater. Ein Sportstudio braucht er nicht, um sich fit zu halten. „Das passiert auf der Bühne, das ist Fitness pur.“ Um seine Stimme zu halten, trinkt er viel Wasser, macht ein wenig Stretching und dann geht es auch schon los mit den Vorbereitungen für die Bühne. Er schminkt sich selbst und muss dann das rund 15 bis 20 Kilogramm schwere Kostüm tragen. Die Kilos merkt man am Ende der Show. Deshalb zieht er sein Kostüm erst so spät wie möglich an. „Manchmal werden meine Kollegen nervös“, meint er grinsend. Aber ich hab ja erst meinen ersten Auftritt, wenn die Show schon acht Minuten läuft. Da hört man die Professionalität und Gelassenheit des jungen Musical-Darstellers, der noch gar nicht auf der Welt war, als das Musical Premiere vor mehr als 31 Jahren feierte.

Wer den ersten Düsseldorfer Rusty sehen möchte, hat dazu täglich außer montags im Starlight Express Theater in Bochum die Möglichkeit.

Birgit Wanninger

Mehr von RP ONLINE