Engagement: Marion Ackermann hilft dem Hospiz

Engagement : Marion Ackermann hilft dem Hospiz

Sie musste sich nicht lange bitten lassen. Gefragt, ob sie für ein Jahr als neue Verbündete für das Hospiz am Evangelischen Krankenhaus zu gewinnen wäre, zögerte Marion Ackermann keinen Moment. "Ich bin zutiefst überzeugt, dass die Einrichtung eines Hospizes für unsere Gesellschaft große Bedeutung hat", sagt die Direktorin der Kunstsammlung NRW. "Sterben und Tod werden nach wie vor tabuisiert, obwohl so viele Menschen die Erfahrung machen müssen, wie plötzlich das Unglück über ein Leben hereinbrechen kann."

Sie musste sich nicht lange bitten lassen. Gefragt, ob sie für ein Jahr als neue Verbündete für das Hospiz am Evangelischen Krankenhaus zu gewinnen wäre, zögerte Marion Ackermann keinen Moment. "Ich bin zutiefst überzeugt, dass die Einrichtung eines Hospizes für unsere Gesellschaft große Bedeutung hat", sagt die Direktorin der Kunstsammlung NRW. "Sterben und Tod werden nach wie vor tabuisiert, obwohl so viele Menschen die Erfahrung machen müssen, wie plötzlich das Unglück über ein Leben hereinbrechen kann."

Sie selbst nimmt sich da nicht aus. Ein weiterer Grund, warum sie sich gern zur Verfügung stellt, ist die Brücke zwischen der Hospizarbeit und ihrem Beruf. "Auch in der Kunst sind Vergehen und Sterben ein zentrales Thema. Viele Künstler haben sich diesem offenen Prozess gewidmet, dessen Ende keiner kennt, ob er nun glaubt oder nicht." Sie verweist auf ein Hauptwerk von Joseph Beuys in ihrem Museum: "Palazzo Reale", entstanden in Neapel im Bewusstsein seines nahenden Todes.

Die mit gestrichenem Goldstaub ausgefüllten Rahmen muten an wie blinde Spiegel, Finger- und Handabdrücke des Künstlers treten mehr und mehr hervor. Außerdem, fügt Marion Ackermann noch hinzu, würden beide Institutionen von hochaktiven Ehrenamtlern getragen und müssten immer wieder von Neuem um finanzielle Unterstützung kämpfen. Susanne Hirsmüller, Leiterin am Hospiz des EVK, weiß um die Wichtigkeit von prominenten Verbündeten. "Düsseldorfer Persönlichkeiten, die eine gesellschaftliche Rolle in der Öffentlichkeit spielen, können das Thema zum Bürger und Menschen in Kontakt bringen", glaubt sie. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Sterbehilfe-Diskussion sei es umso schwieriger geworden, die Botschaft von einem geduldig begleiteten Ende zu veranschaulichen: "Selbstbestimmtes Leben bis zum Tod, dessen Zeitpunkt weder künstlich vorverlegt noch hinausgezögert wird." Brita Siebke-Holzapfel, ehrenamtliche Sprecherin des Förderkreises und Lehrerin an der benachbarten Schule an der Flurstraße, vermittelt ihren Schülern hin und wieder einen Eindruck, wie menschenwürdig dieses Ziel im Hospiz umgesetzt wird.

Was aber passiert nun konkret in Marion Ackermanns Verbündeten-Jahr? Zum einen will die Direktorin Patienten des Hospizes, so sie es wollen und können, den unkomplizierten Besuch der Museen K20 und K21 ermöglichen. "Es ist im Übrigen kein Zufall, vielmehr eine innere Notwendigkeit, dass wir zusammen gefunden haben", sagt sie. "2015 beschäftigen sich etliche unserer Ausstellungen mit der Vergänglichkeit." Bei "The Problem of God" (ab September K21) geht es um die Frage nach dem Gottesbild in der Gegenwartskunst. Im Zusammenhang mit dem begleitenden Projekt "Futur 3" im Schmela Haus sind Diskussionen geplant, etwa über "Kunst als Kraftquelle in den letzten Lebenstagen."

(RP)
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