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Schauspiel: Marijke Amado wird veräppelt

Schauspiel : Marijke Amado wird veräppelt

Es sitzt und plaudert sich gut auf dem Logenplatz vor dem Café der "Komödie". Mit dem Nachteil, dass Passanten häufig vor Marijke Amado stehenbleiben - für ein Autogramm oder ein persönliches Gespräch. "Ich komme bald mit 25 Personen ins Theater", kündigt ein Herr an. "Hoffentlich mache ich Sie fröhlich", antwortet sie. "Sagen Sie den anderen, dass es viel zu lachen gibt."

Es sitzt und plaudert sich gut auf dem Logenplatz vor dem Café der "Komödie". Mit dem Nachteil, dass Passanten häufig vor Marijke Amado stehenbleiben - für ein Autogramm oder ein persönliches Gespräch. "Ich komme bald mit 25 Personen ins Theater", kündigt ein Herr an. "Hoffentlich mache ich Sie fröhlich", antwortet sie. "Sagen Sie den anderen, dass es viel zu lachen gibt."

In "Kalender Girls" spielt die Moderatorin aus den Niederlanden ihre erste Rolle an einem deutschen Theater und macht das sehr charmant. Ihre Figur Ruth ist eine gutherzige, etwas naive Frau. "Die zu allen nett ist, sich für andere einsetzt und trotzdem veräppelt wird", ergänzt Amado. "Das hat ja auch in meinem Leben stattgefunden." Damit spricht Marijke Amado ein düsteres Kapitel an. Sie ging vor Jahren einem Heiratsschwindler auf den Leim und büßte viel Geld ein. Ihren Humor verlor sie dabei nicht. "Gerade aus Niederlagen kann ich lernen. Bisher ging ich noch in die Schule. Und jetzt habe ich das Gefühl, mein Abitur abzulegen."

Die Reifeprüfung fand auf der Bühne in Düsseldorf statt. Von Regisseur Helmuth Fuschl und ihren erfahrenen Schauspieler-Kolleginnen lauschte sich Marijke Amado allerlei ab. "Trotzdem mache ich mit viel Spaß mein eigenes Ding. Entscheidend ist, was von innen heraus kommt." Was sie vorher nicht ahnen konnte: Die "Kalender Girls" (bis 24. Juni in der "Komödie") beflügelten sie so sehr, dass sie sich bald einen noch anspruchsvolleren Batzen zutraut: das Solo "Irrtümer und andere Männer". In welchem Theater wird sich zeigen.

Neuanfänge machen Marijke Amado keine Angst. Sie hat Goldschmiedin gelernt, war Reiseleiterin, kam durch Landsmann Rudi Carrell zum Fernsehen, wurde berühmt als Gastgeberin im "WWF-Club" neben Jürgen von der Lippe und als Moderatorin der "Mini-Playback-Show". Wegen des Formats der Sendung erntete sie viel Kritik und wurde schließlich schnöde ausgewechselt. "Das muss man verwinden können", kommentiert sie.

Morgens um sieben Uhr kann man die Frühaufsteherin schnellen Schrittes durch den Hofgarten spazieren sehen. "Nach dem Aufwachen bin ich sofort startklar. Ich genieße die Frische in der Stadt." Den Verlockungen der Düsseldorfer Geschäfte kann sie lässig widerstehen. "Man hat so viel gesammelt, da braucht man nichts Neues. Und Kleidung? Der Schrank ist voll, die Sachen bleiben in Mode." Marijke Amado lebt auf einem Bauernhof bei Maastricht, ihr Sohn ist längst aus dem Haus. "Mein Palästchen war mal ein Kuhstall", erzählt sie stolz. "Wir haben viele Tiere in der Nachbarschaft. Kühe, Ziegen, Fische, ein Schaf, einen Hund. In unserem Dorf achten wir alle aufeinander. Einsam bin ich dort nicht. Ich brauche die Stille, um neue Kräfte zu sammeln", sagt Amado. Regina Goldlücke

(go)