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Ortstermin: Legenden besuchen Fortuna-Ausstellung

Ortstermin : Legenden besuchen Fortuna-Ausstellung

Museen eilt der Ruf voraus, ein wenig verstaubt zu sein. Selbst eine so liebevoll erarbeitete Ausstellung wie die über die Fortuna im Stadtmuseum zeigt größtenteils Dinge, die in Vitrinen stehen. Interessante Dinge, keine Frage, gehegte und gepflegte , kleine Schätze, doch ihnen fehlt das Leben.

Gestern war der Ehrenpräsident der Fortuna im Stadtmuseum, um vor Fans und Journalisten über seinen Verein zu sprechen. Auch Hans-Georg Noack hütet Schätze, doch geht er sehr großzügig mit ihnen um: Es sind die Erinnerungen des 85-Jährigen. Auch Waldemar Gerhardt, der in den Sechzigern für die Fortuna spielte erzählte aus einer Fußballzeit, die so anders — kleiner, bescheidener, familiärer — war, dass der ebenfalls anwesende aktuelle Spieler Oliver Fink manchmal ungläubig lachen musste.

Etwa wenn Noack von einem Spiel der Fortuna gegen Hertha in den siebziger Jahren erzählte. Damals kam gleichzeitig mit dem Mannschaftsbus im Hotel der Spieler ein Bus mit amerikanischen Studentinnen an, "sehr hübschen Studentinnen" wie Noack sich erinnerte. Die Folge sei eine ständige Aufgeregtheit unter den Spielern im Laufe des Wochenendes gewesen, schließlich habe man mit den Studentinnen einen Abend verbracht, "an dem alles gesittet zuging", doch am nächsten Tag habe in der Zeitung gestanden, dass die Spieler mit jungen Studentinnen gefeiert hätten.

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"Ich musste erst einmal ein paar Ehen retten. Tatsächlich verbrachten einige Spieler ein paar Nächte auf dem Sofa." Doch natürlich war wie immer bei der Fortuna nicht alles lustig. So wurde einer der größten Erfolge der Fortuna etwa zum Riesenproblem. Neben der Niederlage der Düsseldorfer wurden noch zwei Leistungsträger so schwer verletzt, dass sie nicht mehr spielen konnten. Die Fortuna stieg im Jahr darauf ab.

Die Fortuna-Legenden sprachen auch über die Akzeptanz des Vereins in der Stadt. Die sei früher besser als in den Siebziger jahren gewesen. Für Noack ist es ausgemachte Sache, dass der Aufstieg von Borussia Möchengladbach für die mangelnde Zuschauerresonanz der Düsseldorfer verantwortlich war. "Früher hatten wir Verkaufsstellen in Kleve, Goch oder gar Rheydt", sagte Noack, "danach brach uns der Niederrhein weg." Auch sei das alte Rheinstadion nicht gut gewesen. "Mir hat mal ein gegenerischer Spieler gesagt, er komme am liebsten nach Düsseldorf".

Inzwischen sei die Situation allerdings eine andere, sagte Fink. "Wir leben aktuell vom früheren Ruhm des Vereins. Und wir leben gut davon. Wir haben das dankbarste Publikum Deutschlands", sagte der Mittelfeldspieler, der sich natürlich auch anhören musste, warum es zur Zeit bei den Flingeranern nicht so gut läuft.

Waldemar "Waldi" Gerhardt sagte, dass eine Mannschaft eben zusammenstehen müsse und den Ball nicht scheuen dürfe. "Mir fällt auf, dass der Torwart beim Abwurf niemanden findet, der den Ball will. Das ist für eine Mannschaft schon bezeichnend", sagte Gerhardt. Fink hörte aufmerksam zu. "So viel hat sich dann doch nicht verändert", sagte er. Torsten Thissen

(RP)