Altstadt-Gastronomie: Kreuzherrenecke lädt zum 60. Geburtstag zu Speckschnitte und Musik

Altstadt-Gastronomie : Kreuzherrenecke lädt zum 60. Geburtstag zu Speckschnitte und Musik

Eine solche Kneipe gibt es kein zweites Mal. Vor allem nicht in der Düsseldorfer Altstadt. Zum einen wegen der Einrichtung. Die stammt größtenteils aus den 50er Jahren und erinnert deutlich an die Zeit, in der zum Beispiel noch in den Kneipen geraucht werden durfte.

Aber auch die Stammgäste gehören zum Inventar und sind ebenso gut erhalten. Zwar in die Jahre gekommen so wie die Möbel auch, aber sie bezeichnen diese Kneipe als ihr Wohnzimmer. Und genau dort wird gefeiert: Die Kreuzherrenecke - seit Mai ja wieder mit dem alten "e" dran - besteht seit 60 Jahren und will das am Sonntag ab 14 Uhr an der Ratinger Straße feiern.

Mit vielen alten und jungen Gästen, aber auch den Gerichten aus den letzten Jahrzehnten. Dazu gehören das Szegediner Gulasch genauso wie die Speckschnitte mit Zwiebeln und Paprika, das Beinfleisch und echter Bohnenkaffee. Seit fünf Jahren ist Matthias Althof Wirt in dieser legendären Kneipe, in der Künstler wie Günter Grass, Joseph Beuys, Günther Uecker und Markus Lüpertz ein- und ausgingen und zum Teil noch gehen.

"Lüpertz kommt immer noch vorbei, wenn er in Düsseldorf ist", erzählt Charly Böcker. Er selbst, früher Lehrer der Kunstakademie, ist 76 Jahre alt und war mit 18 zum ersten Mal im nur 24 Quadratmeter großen Kreuzherreneck, wie es früher noch ohne "e" hieß. Seitdem fühlt er sich dort zuhause, trifft seine Freunde und trinkt mit ihnen ein Bier oder Schnaps. Seit 40 Jahren wird dort übrigens Frankenheim Alt gezapft. "Auch das ist ungewöhnlich, dass eine Brauerei so lange in einer Kneipe bleibt", meint Althof.

Am Sonntag wird Musik gemacht: Peter Rübsam kommt mit Akkordeon und Dudelsack, "Dritter Freier" und "Tambora" spielen Cover-Songs, die "Fischgesichter" singen eigene Lieder.

(ak)