Karneval in Düsseldorf: Bei Stunk gibt es Karneval ohne Gnade

Stunksitzung in Düsseldorf : Karneval ohne Gnade in der Stunksitzung

Seit 25 Jahren bietet das Stunk-Ensemble Karnevalssitzungen der anderen Art, bei denen scharf gegen Politik und Gesellschaft geschossen wird. Noch gibt es einige Karten für die Sitzungen im Februar zu kaufen.

Harry Heib liebt Rollenspiele und sein zweites Wohnzimmer ist der „Schluckspecht“ in Glehn. Demnächst wird der 49-Jährige Kabarettist beim Stunk, der alternativen Karnevalssitzung im Capitol, alleine in elf verschiedene Rollen schlüpfen. „Ich hatte schon immer Spaß an Wortverdrehungen und Doppeldeutigkeiten. Als ich gemerkt habe, dass es gut ankommt, wenn man mit Wörtern spielt, wollte ich das vertiefen.“

Den Anstoß dazu gab eine der Großen des deutschsprachigen Kabaretts. „Meine Chansondozentin Tina Teubner sagte: ‚Harry, die Arbeit ist da.‘ Und Frau Teubner hat nicht gelogen“, so Heib. „Man muss nur die Augen und Ohren offen halten, dann erkennt man viele Sorgen, Nöte und Probleme.“ Die spricht „Heinz allein, der Unterhalter“, der in der virtuellen Kneipe „Schluckspecht“ zu Hause ist, in unnachahmlicher Weise an. „Heinz“ ist eigentlich Heibs erstes Kind, zwei weitere echte, mit seiner Ehefrau Imke folgten. „Mit der Figur bin ich vor 15 Jahren ein bisschen schwanger gegangen“, offenbart der gebürtige Düsseldorfer. „Bei den Proben zu einer Produktion habe ich als ‚Onkel Heinz‘ einfach mal ein bisschen Quatsch gemacht. Da fing es an.“ In der Kunstfigur „Heinz“ steckt viel Realität. „Ich habe mir von vielen Menschen etwas abgeschaut und es in ‚Heinz‘ gebündelt.“

Heib gehört zusammen mit Co-Autorin Sabine Wiegand zum Stunk-Personal der ersten Stunde. „Es hat sich ein so familiäres Verhältnis von allen gut 30 am Stunk beteiligten Personen entwickelt, das einige Urlaub nehmen, nur um beim Stunk dabei zu sein. Es macht jede Menge Spaß, ist aber auch extrem viel Arbeit, weil es eine professionelle Produktion ist.“ Stunk ist nun seit 25 Jahren politisches Kabarett mit höchstem Satirepotential, ordentlichen Karnevalsanklängen und extrem hoher Partymotivation. Das gesamte Ensemble will „keine Macht für Blöde“ und riskiert dabei in allen sozialen Medien Shitstorms unbekannten Ausmaßes, denn verbale Zurückhaltung ist nicht der „Modus Operandi“ des Stunk. Dabei ist den Autoren und Schauspielern nichts heilig, stattdessen nehmen sie den karnevalistischen Auftrag, Kritik an dem Machenschaften der Regierenden zu üben, ernst. „Das wird auch beim Stunk 2020 so sein“, verspricht Heib, der sich gerade in der harten Probenphase befindet. „Jens Neutag, Martin Maier Bode und Sabine Wiegand haben seit Sommer am Programm gearbeitet und soviel kann ich verraten, es gibt wieder ein paar Nummern, wo einigen das Lachen im Halse stecken bleiben wird.“

Karten für die Stunksitzung gibt es für 39 Euro unter www.stunk.net.