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Karneval in Düsseldorf 2020: So wird die Stunk-Sitzung im Capitol-Theater

Stunk-Sitzung in Düsseldorf : Ist Thomas Geisel alternativlos?

Die diesjährigen Kommunalwahlen sind natürlich auch bei den Karnevalisten des Stunk-Ensembles ein Thema. Doch nicht nur Oberbürgermeister Thomas Geisel darf sich auf ein paar Spitzen freuen.

Zwei Wochen vor der Premiere hat Stunk-Regisseur Martin Maier-Bode noch einige wichtige Anweisungen an seine Darsteller. „Du musst das stärker betonen, es muss dir auch als Schauspielerin peinlich sein“, sagt er zu Franka von Werden, nachdem sie als Köchin ihren Gästen den „Düsselt-Aal“ als Zutat für einen traditionellen Eintopf empfohlen hat. Eines von vielen stadtteilbezogenen Wortspielen aus der zuvor geübten Szene. So zeigt sich selbst bei den Proben, warum Stunk anders als andere Karnevalsveranstaltungen ist. Denn das Ensemble nimmt nicht nur die Zielscheiben für seine Satire, sondern auch sich selbst nicht zu ernst.

In zwei Wochen findet die Premiere der diesjährigen Show statt, die den Titel „Die Hoppeditz-Guerilla – Rosenmontag for Future“ trägt. Aktuell tritt das Ensemble bereits in Neuss auf, sodass der Großteil der Szenen schon längst sitzt. Doch für die Düsseldorfer Version werden traditionell noch viele Passagen in der Sitzung inhaltlich angepasst. Das gilt insbesondere für die Szene im Gasthaus, wo neben dem „Düsselt-Aal“ noch „Mörsenbroicher Ei“ und „Knittkohl“ serviert werden, die in Neuss entsprechend andere Namen haben. Aber nicht nur die Stadtteil-Wortspiele werden geändert, sondern auch die politischen Spitzen.

Denn in Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen will sich das Ensemble auch an der Düsseldorfer Stadtpolitik und ihren Problemen abarbeiten. Insbesondere Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Ampelkoalition werden Zielscheiben der Darsteller sein, wie Martin Maier-Bode verspricht. „Wir fragen uns: Ist Thomas Geisel alternativlos?“ Wobei sich natürlich auch die Konkurrenz der CDU auf einige Spitzen freuen dürfe.

Dass die Stunk-Sitzung in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, liegt nicht zuletzt auch an ihrer Bissigkeit. Denn bei Stunk wird nicht geschunkelt, sondern getreu der karnevalistischen Ursprungsidee ordentlich gegen alle Obrigkeiten ausgeteilt. Grenzen gebe es dabei keine, auch wenn sich so manch ein Zuschauer auch einmal auf den Schlips getreten fühle. „Wir können nicht auf jede Befindlichkeit eingehen, sonst gibt es keine Komik mehr“, sagt Martin Maier-Bode, der neben der Regie zusammen mit Jens Neutag und Sabine Wiegand auch für den Inhalt der Shows verantwortlich ist. „Wir wollen immer auch einen Moment haben, wo sich die Leute fragen: ‚Darf man das sagen?’“

Doch bei genauerem Nachdenken gibt es vielleicht doch eine Grenze für das Stunk-Ensemble: Denn bei Witzen über US-Präsident Donald Trump sei man in Zukunft lieber vorsichtig. „Wir haben die Befürchtung, wenn wir etwas machen, macht er es auch“, scherzt Harry Heib, der von Beginn an Teil des Ensembles ist. So sei es zumindest vor zwei Jahren gewesen, als man in der Sitzung über ein Treffen von Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un sinniert habe, zu dem es dann später tatsächlich kam.

Das ist jedoch zumindest für den Hauptstrang der diesjährigen Show unwahrscheinlich. Denn im Mittelpunkt stehen elf „Superhelden“, die unterschiedlicher nicht seien könnten: Von Jesus Christus über Che Guevara bis zu Bob dem Baumeister ist alles vertreten. Zusammen planen sie im Schutz des karnevalistischen Treibens in Düsseldorf die Weltrevolution, das ist zumindest die Ankündigung einer alten Weissagung. Ob diese Pläne tatsächlich auch in die Tat umgesetzt werden, zeigt sich in der Show im Februar.

Info Insgesamt zehnmal tritt das Stunk-Ensemble zwischen dem 7. und 22. Februar, jeweils mittwochs, freitags, samstags und sonntags um 19 Uhr im Capitol-Theater auf. Einige Restkarten gibt es unter www.stunk.net sowie www.capitol-theater.de ab 39 Euro zu kaufen.