Jüdische Kulrtage Düsseldorf: Mit Heinrich Heine und Nelly Sachs gegen Rassismus

Jüdische Kulturtage in Düsseldorf : Mit Heinrich Heine und Nelly Sachs gegen Rassismus

Beim Lyrikmarathon in der Tonhalle setzten die Teilnehmer mit Gedichten von Nelly Sachs und Heinrich Heine ein klares Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus.

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage fand am Sonntag in der Tonhalle zum dritten Mal der Lyrikmarathon „Wort an Wort“ statt. Mit Gedichten und Balladen von Heinrich Heine und Nelly Sachs setzten die Teilnehmer ein Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Rund 50 Anmeldungen von Teilnehmern aller Altersklassen hatten die Organisatoren des Heinrich-Heine-Instituts, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und des Nelly-Sachs-Haus im Vorfeld erhalten. „Die Veranstaltung findet nun schon zum dritten Mal statt und wird immer gut angenommen“, sagte Nora Schön vom Heine-Institut.

Durch das dreistündige Programm in der Rotunde der Tonhalle leiteten am Sonntagmorgen Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, Bert Römgens, Leiter des Nelly Sachs-Hauses, und Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts. Die Beiträge der Teilnehmer wurden immer wieder durch verschiedene Musikstücke und am Ende auch mit Gesang begleitet. Unter den Vorlesenden waren viele Schüler des Nelly-Sachs-Gymnasiums in Neuss, aber auch aus der Öffentlichkeit bekannte Personen wie die Radiomoderatorin Angelika Avenel. Mit den Gedichten und Balladen der deutsch-jüdischen Nelly Sachs, die zu Zeiten des NS-Regimes nach Schweden fliehen musste und dort später mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, und Düsseldorfs berühmtesten Sohn, dem Dichter Heinrich Heine, machten sich die Teilnehmer des diesjährigen Lyrikmarathons stark für Solidarität und stellten sich gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. „Die Texte von Heine sind aktuell. Er war damals mutig und hat Missstände angesprochen. Wir brauchen auch in der heutigen Zeit wieder mehr diesen Mut und die Zivilcourage“, sagte Brenner-Wilczek. Bert Römgens freute sich vor allem über die Beiträge der anwesenden Schüler. „Die Werke und Aussagen von Nelly Sachs sind auch für die jüngere Generation geeignet und wichtig“, meinte Römgens, der selber eine wichtige Aussage an die rund 100 Gäste in der Rotunde der Tonhalle richtete: „Fremde sind nirgends auf der Welt fremd. Wir sollten alle Menschen mit offenen Herzen empfangen.“

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