Düsseldorf: Jörg Draeger ist wieder auf Sendung

Düsseldorf: Jörg Draeger ist wieder auf Sendung

Jörg Draeger war beim Fernsehen mal ziemlich groß im Geschäft. Jetzt will er's nochmal wissen. Bei einem ziemlich kleinen Sender.

Jörg Draeger hat noch das gleiche charmante Lächeln wie zu seinen besten Zeiten. Doch die Sat.1-Quizshow "Geh aufs Ganze" mit dem legendären Zonk ist schon lange Geschichte. Das war einmal - in den 90er Jahren.

Jetzt ist Draeger 68. Er will wieder vor die Kamera. Aber es ist nicht mehr Sat.1 oder ein anderer großer Sender, für den er moderiert. Es ist der kleine Digitalsender Family TV aus Augsburg, für den er von diesem Sonntag (20.15 Uhr) eine neue Show moderiert.

Ihm selbst mache das nichts aus, sagt er. "Ich würde auch nur vor Zwei spielen." Er raucht Zigaretten, rennt hektisch durch die Gegend. Draeger ist nervös. Wieso will er es noch einmal wissen? "Es macht einfach Spaß!" Viele Leute zögen sich im Rentenalter in den Bastelkeller zurück, das liege ihm nicht. "Wenn ich was kann - ich hoffe zumindest - dann ist es ein bisschen moderieren."

In dem Düsseldorfer Studio, in dem die Sendung produziert wird, ist alles ein paar Nummern kleiner als früher. Die Mitarbeiter müssen mehrere Aufgaben zugleich übernehmen. Die Maskenbildnerin kümmert sich mit um das Catering, der Produzent verteilt die Requisiten, der Kamera-Assistent begrüßt die Gäste.

Auch Draegers Assistentin, das ehemalige Model Simone Dericks, ist wieder mit von der Partie - vor der Kamera, aber auch hinter den Kulissen: Mit einer Fusselbürste rollt sie Draeger über den Anzug, ganz penibel. "Schätzelein" nennt Draeger liebevoll seine Simone.

Die neue Sendung heißt "Alle gegen Draeger". Die Kandidaten treten bei Würfel- oder Kartenspielen gegen ihn an und spielen um wenige Hundert Euros. Vor der Kamera ist es nur Spielgeld, den Gewinn soll es aber später bar auf die Hand geben.

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Draeger ist ein alter Fernsehhase. Von 1992 an hat er "Geh aufs Ganze" moderiert, zunächst bei Sat.1 und dann bei Kabel eins. Da war seine große Zeit schon vorbei. Zuletzt hatte er 2011 eine Spielshow bei RTL II.

Wenn er seine neue Sendung erklärt, spricht er von "großem Kino".
Danach sieht es auf den ersten Blick aber nicht aus: Die Würfelbecher sind selbst beklebt, ein Klavier voller Fingerabdrücke dient als Spieltisch, Draeger und die Kandidaten nehmen Platz auf unbequemen Hockern, die an Akropolis-Säulen erinnern.

Nur aus Spaß steht Draeger für die zunächst auf vier Teile angelegte Sendung nicht vor der Kamera. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erzählt der "Zonk-Master", wie er sich einst auf einen guten Freund verließ und viel Geld bei Investitionen in Spanien verlor. Der neue Nebenverdienst scheint ihm willkommen zu sein.

"Ich bin in einer Zeit groß geworden, sagen wir mal in einer Welle der Überschüttung. Da musst du wirklich damit fertig werden, dass du so viel Geld kriegst", erzählt er. Heute schaut er auf zu Moderatoren wie Jörg Pilawa und Stefan Raab. "Schlag den Raab" findet er "sensationell". Viele Moderatoren glaubten, dass Moderation allein mit Talent zu tun habe. Das sei aber nicht der Fall, meint Draeger: "In erster Linie ist es immer noch wie früher: Es braucht Disziplin und Freude."

Die Kamerafrau drückt auf Aufnahme. Die Show beginnt: Der erste Kandidat ist Heinz aus Siegen. Draeger plaudert drauf los: Ist Heinz verheiratet? Nein, war er einmal. Sucht er wieder? Heinz schmunzelt, die anderen Teilnehmer lachen. Na also, geht doch. Draeger moderiert wieder. Und ein paar treue Fans werden ihm dabei sicher auch zusehen.

Wer die zwei Stunden lange Auftaktshow bei Family TV, zu empfangen unter anderem über einen Astra-Satelliten und DVB-T, verpasst hat, kann am 9. und 23. Februar sowie am 9. März und 23. März um jeweils 21.15 Uhr noch einmal Draeger gucken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zockerkönig Jörg Draeger

(lnw)
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