Modewochenende: In den Showrooms wird bis in die Nacht geordert

Modewochenende : In den Showrooms wird bis in die Nacht geordert

Während der CPD-Ordertage kommen Hunderte Einkäufer in die Stadt, um die Kollektionen für die nächste Herbst- und Wintersaison zu ordern. Ihre Ziele sind aber nicht nur die drei bekannten Mesen The Gallery, Supreme und Date, sondern auch die rund 800 Showrooms im Stadtgebiet. Einen dieser Showrooms unterhält Michael Schulz. Mit der ACO Modeagentur hat er gleich mehrere Stockwerke in einem Haus an der Josef-Gockeln-Straße angemietet. 25 Kollektionen verschiedener Designer präsentiert er dort fast das ganze Jahr über. Während der Modemesse sind die Tage lang für Schulz: Im Minutentakt strömen Einkäufer und potenzielle Neukunden in die Räume, um für die nächste Saison zu ordern. Der Dialog mit ihnen ist oft anstrengend, die Verhandlungen um Preise hart. Seinen Job tauschen würde Schulz aber niemals.

Während der CPD-Ordertage kommen Hunderte Einkäufer in die Stadt, um die Kollektionen für die nächste Herbst- und Wintersaison zu ordern. Ihre Ziele sind aber nicht nur die drei bekannten Mesen The Gallery, Supreme und Date, sondern auch die rund 800 Showrooms im Stadtgebiet. Einen dieser Showrooms unterhält Michael Schulz. Mit der ACO Modeagentur hat er gleich mehrere Stockwerke in einem Haus an der Josef-Gockeln-Straße angemietet. 25 Kollektionen verschiedener Designer präsentiert er dort fast das ganze Jahr über. Während der Modemesse sind die Tage lang für Schulz: Im Minutentakt strömen Einkäufer und potenzielle Neukunden in die Räume, um für die nächste Saison zu ordern. Der Dialog mit ihnen ist oft anstrengend, die Verhandlungen um Preise hart. Seinen Job tauschen würde Schulz aber niemals.

"Ein Beratungstermin mit einem Kunden dauert in der Regel mehrere Stunden. Man schaut sich mit ihm die Kollektionen an, stellt sie vor und verhandelt anschließend die Preise", sagt Schulz. Zwischendurch werde dann immer wieder geplaudert. "Wenn wir die Kunden zum Beispiel schon kennen, fragen wir erst einmal, wie die Sommerkollektion, die sie bei uns eingekauft haben, von den Verbrauchern angenommen worden ist", sagt er. Der besondere Stressfaktor während der Ordertage: Nicht nur Kunden, die einen festen Termin haben, schauen vorbei, sondern auch spontane Besucher kommen, um einzukaufen. "Während der Ordertage sind wir deshalb mit 25 Verkäufern präsent, während wir im restlichen Jahr nur zu zwölft sind." Trotzdem mache es ihm auch im Stress Spaß, seine Kunden zu bedienen, meint Michael Schulz. "Schließlich liebe ich meinen Beruf", sagt er.

Während Schulz und die Agentur ACO Kollektionen verschiedener Designer präsentieren, gibt es auch Showrooms einzelner Marken - wie den des schwedischen Modellabels Gant an der Kaiserswerther Straße nur wenige Meter von ACO entfernt. Für Julius Fischer beginnt der Tag dort im Moment sehr früh: Schon ab 8.30 Uhr ist er im Showroom, um neun beginnen die Termine, Ende offen. Um gut verkaufen zu können, muss sich Fischer dabei auch als perfekter Gastgeber zeigen: "Wir können in bis zu drei Räumen gleichzeitig beraten. Wichtig ist dabei immer, dass es unseren Gästen auch gut geht, wir plaudern mit ihnen und versorgen sie mit etwas Süßem und Getränken. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen", sagt er. Freundlichkeit rund um die Uhr - das erfordert bei schwierigen Kunden auch schon einmal starke Nerven.

Doch wohl gerade wegen ihrer Wohlfühlatmosphäre sind die Showrooms mittlerweile für viele Einkäufer die beliebtere Alternative zur Modemesse. Schließlich sind viele der Showrooms auch Tage oder Wochen über die Ordertage hinaus geöffnet, einige sogar ganzjährig. "Die Nachfrage nach Showrooms in Düsseldorf hat in den vergangenen Monaten wieder spürbar angezogen, viele Labels haben sich neu angesiedelt", sagt Hans J. Wiethoff von der Marketinggesellschaft Fashion Square. Diese vermarktet rund 450 Showrooms in der Stadt rund um die Kaiserswerther Straße, in denen Tausende Kollektionen zu sehen sind. Viele Showrooms gibt es auch in der Halle 29/30 in Derendorf sowie im Fashion House an der Danziger Straße. Nach Angaben der Stadt Düsseldorf setzen die Unternehmen der Branche jährlich etwa zwölf Milliarden Euro mit Mode- und Lifestyleprodukten um.

Mit dem Verlauf der diesjährigen Order ist Michael Schulz von ACO bereits zufrieden: "Die Atmosphäre in Düsseldorf ist wirklich klasse", sagt er. Berlin sei zwar zur Präsentation und Kommunikation der bessere Standort, die Einkäufe würden allerdings nach wie vor vor allem in der Landeshauptstadt getätigt. Laura Ihme/Nicole Lange

(lai)
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