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Konzert in Düsseldorf: Hunderte Fans verabschieden die Rolling Stones

Konzert in Düsseldorf : Hunderte Fans verabschieden die Rolling Stones

Am Dienstag landeten die Rolling Stones mit ihrer eigenen Maschine am Flughafen Düsseldorf. Am Mittwoch speiste Mick Jagger Wildgarnelen beim Edel-Italiener Saitta in Oberkassel. Und am Donnerstag gaben die Alt-Rocker ein viel umjubeltes Konzert. Nun heißt es: Goodbye, Stones!

Es war exakt 15.18 Uhr. Das Rolltor der Tiefgarage zum Breidenbacher Hof öffnet sich, in einem Affentempo fahren fünf oder sechs schwarze Limousinen heraus, biegen blitzschnell rechts ab - und sind schon verschwunden. Fahren die eigentlich bei Rot über die Ampel am Kaufhof? Keine Ahnung, sie waren viel zu schnell. Kein Wunder. Schließlich müssen Mick Jagger, Keith Richards und all ihre Band-Mitglieder und Sänger den Flieger erreichen. Auch wenn es der eigene ist und auf sie wartet: Am Flughafen gibt es halt bestimmte Slots, also Zeitfenster, in denen auch ein Mick Jagger starten muss. Scheint aber alles geklappt zu haben. Tausende von Fans hatten gestern Nachmittag gehofft, einen Blick auf ihre Idole zu erhaschen. Ohne Erfolg. Ab dem späten Vormittag sammelten sich immer mehr Anhänger vor dem Hotel. Die Menschentraube wurde immer größer, drängte immer mehr auf die Straße, dass die Polizei bis zur Abfahrt der Stones die Theodor-Körner Straße von der Heinrich-Heine-Allee aus sogar sperren musste.

Gestern mittag: Ron Wood wagt einen Blick aus dem Hotelzimmer. Foto: Abdel-Hak Fizazi

Der Band ist es seit Dienstag offenbar gut gegangen in Düsseldorf. Mick Jagger fuhr ganz allein - also nur mit seinen Bodyguards - am Mittwoch auf die andere Rheinseite, um bei Michelangelo Saitta

Autogrammjäger warteten auch an der Garagenausfahrt des Hotels auf ihre Idole. Foto: Abdel-Hak Fizazi

vegetarische Antipasti mit Spargelsalat, Tomaten mit Mozzarella und Caponata siciliana zu essen. Zum

Risotto mit Wildgarnelen und Lammcarree mit Gemüse und Kartoffeln gab es einen Rosso di Montacino Valdicava. Dabei kam der Star nicht durch den Haupteingang, sondern durch die Küche und setzte sich unbemerkt von allen anderen nach hinten. Ein Foto mit Gastgeber Michelangelo und seinem Sohn Davide gab es natürlich zur Erinnerung.

Für Frank Dellanna war der Aufenthalt der Stones dagegen ganz schön aufregend. Der Internist und Fan durfte ja seinen Seat, bemalt mit Stones-Porträts, in der Tiefgarage abstellen. In der Hoffnung, dass der ein oder andere Stone darauf sein Autogramm hinterlässt. Und es hat geklappt. Gestern hatten sich alle Musiker auf dem Auto verewigt. Und auch Malte Villnow fand den Besuch der Rolling Stones spannend. Der Arzt betreibt im Breidenbacher Hof eine Klinik - unter anderem für plastische Operationen. Ab und zu kämen ja mal die großen Promis aus dem Hotel zu ihm, um sich behandeln zu lassen. Auch die Stones? "Ne, natürlich nicht." Klaus-Peter Reinhard (63) und seine Frau Monika aus dem Lahn-Dill-Kreis hatten schon am Dienstag vor dem Hotel ausgeharrt. Er war dann am Donnerstag im Konzert (s. auch Bericht im Feuilleton), gestern standen beide erneut wartend am Breidenbacher. Ohne Erfolg: Für ihre Keith-Richards-Porträts gab es wieder keine Autogramme. Sie werden es weiter versuchen. Schließlich kennen sie den Tourplan der Rolling Stones genau: "Heute geht es nach Rom, dann nach Madrid, anschließend nach Belgien", sagt Monika Reinhard.

(RP)