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Musik: Heinos neue CD: Volksmusik mit rockigen Melodien

Musik : Heinos neue CD: Volksmusik mit rockigen Melodien

Der Mann ist echt unfassbar. Sein 75. Geburtstag liegt schon wieder acht Monate zurück, und jetzt geht dieser Kerl doch wieder in ein Tonstudio und nimmt ein neues Album auf! Heino ist aktiv, fühlt sich überhaupt nicht "alt", und macht einfach weiter. Was wird es diesmal? Volksmusik wie seit Mitte der 60er-Jahre? Oder doch wieder Coversongs von jungen, rockigen Bands wie bei der letzten CD "Mit freundlichen Grüßen"?

Es wird eine Mischung aus beidem. Heino will seine alten Songs "Blau blüht der Enzian" oder "Schwarzbraun ist die Haselnuss" rockig einsingen. Er habe schließlich durch die letzte CD viele neue junge Fans dazugewonnen - und die hätten sich das so gewünscht. "Plötzlich waren meine Fans 40 Jahre jünger - das hat mich ja mit verjüngt", beschreibt er gestern im RP-Interview seine ganz persönliche Variante von Anti-Aging. Ab Montag steht Heino im Studio und singt seine alten Lieder ein, dazu wird die Musik auch neu eingespielt. "Das geht ja heute viel moderner und schneller", weiß er.

Vermutlich zwölf Songs sind auf der neuen Platte. "Es kann sein, das ich ein oder zwei Coversongs von anderen dazu einspiele." Er braucht vermutlich nur zwei Tage, der Rest wird von den Technikern geregelt. "Auf der Bühne singe ich ja auch 25 Songs in 90 Minuten." Die CD soll dann noch in diesem Jahr herauskommen - "vielleicht zu meinem Geburtstag im Dezember". Das wievielte Album es dann sein wird, weiß Heino gar nicht genau. "Vor zwei Jahren habe ich mal gezählt. Da waren es 260 oder 265." Er weiß nur, dass er mehr als 1400 Titel eingesungen hat. Wie viel Tonträger er verkauft hat? Mehr als 50 Millionen? "Ach wir Düsseldorfer geben doch nicht so gerne an. Ist doch eigentlich egal."

Eigentlich könnte er sich doch zur Ruhe setzen, über den Golfplatz schlendern, seine Zeit anders verbringen als mit einer neuen CD, mit Auftritten bei Firmen oder mit einer anstrengenden Tournee. "Ach, wir Düsseldorfer, wir malochen doch immer", lacht er. "Ich bin so geboren und arbeite einfach weiter. Das macht mir ja auch Spaß." Vor allem, wenn man dann mit einer neuen CD auf der Bühne stehe und den Erfolg spüre.

Im Moment sind Heino und seine Frau Hannelore ("Wir sind seit 35 Jahren verheiratet und immer noch verliebt") noch in Kitzbühel. Gestern musste Heino zum Zahnarzt. "In Bad Münstereifel sind wir ja jetzt weniger." Dort hatten die beiden über viele Jahre ein Restaurant und Café, das vor kurzem dem Bau eines geplanten Outlet-Centers weichen musste.

Am Wochenende geht es nach München und Salzburg. Ein Lebensmittelkonzern hat ihn für ein Dutzend Auftritte für große Familienfeste in vielen Städten gebucht. "Mit denen war ich auch schon in Frankfurt, Stuttgart, Köln und Berlin."

Eigentlich wollte Heino, wenn die neue CD herausgekommen ist, auch auf Tournee gehen. 15 Städte waren geplant. "Das müssen wir erst mal verschieben, vielleicht auf das nächste Jahr." Warum? "Es gibt ein großes Projekt, über das ich noch nicht reden darf." Etwas Großes im Fernsehen? "So ähnlich." Mehr war gestern nicht aus ihm herauszulocken.

Seiner Heimatstadt Düsseldorf ist Heino in all den Jahren ("Nächstes Jahr stehe ich ja 50 Jahre auf der Bühne") treu geblieben, hat hier immer wieder Konzerte gegeben. Zuletzt im Februar, als er dem Stahlwerk gratulierte. Heino erinnert sich noch gut an diesen Auftritt: "Ich fand toll, dass die DEG und die Fortuna zu mir gekommen sind und wir miteinander reden konnten."

Einen Monat zuvor war er noch in der Christuskirche an der Kruppstraße aufgetreten. Und im Füchschen an der Ratinger Straße hatte er sich - wenn auch ohne Konzert - noch im November letztes Jahr sehen lassen. Da stellte er die Werbekampagne "Carambo, Caracho, ein Altbier" vor und warb mit seinem - karikierten - Konterfei für das Füchschen-Alt. "Das Fünf-Liter-Partyfass mit Heino drauf verkauft sich seitdem super gut", sagt Brauerei-Chef Peter König.

Nicht nur, weil seine Schwester Hannelore nach wie vor in Düsseldorf-Bilk lebt, weiß Heino ganz genau, was in Düsseldorf passiert. Zum Stichwort Fortuna hat er sofort eine Antwort parat: "Der Trainer Oliver Reck macht einen guten Eindruck, der Start war mit 2:2 gegen Braunschweig nicht ganz so gut, aber das muss sich ja jetzt erst mal alles entwickeln."

(RP)