Hartes Fitness-Training für Tatort-Kommissarin Anna Schudt

Charity für Kinder : Hartes Fitness-Training für Tatort-Kommissarin

Anna Schudt und ihr Mann Moritz Führmann legten sich mit einem befreundeten Kollegenpaar mächtig ins Zeug. Denn für jede absolvierte Sport-Runde gab es Chips, die von Sponsoren gegen Geld eingetauscht werden für den guten Zweck.

Konzentriert rudert sich das Schauspieler-Quartett aus Düsseldorf an der Maschine warm. Zug um Zug. Im Fitnesscenter „Harbour Gym“ in Neuss hat Anna Schudt ihren Mann Moritz Führmann und das befreundete Kollegenpaar Christian Erdmann und Anya Fischer für einen guten Zweck eingespannt. Alle vier sind hoch motiviert und fiebern der sportlichen Herausforderung entgegen, die vor ihnen liegt: „Wir machen 15 Kniebeugen, zehn Liegestütze und fünf Klimmzüge pro Runde, und das in 20 Minuten so oft wie möglich hintereinander“, berichtet „Tatort“-Kommissarin Anna Schudt. „Für jede absolvierte Runde gibt es Chips, die von Sponsoren gegen Geld eingetauscht werden.“ Der Erlös ist für die Initiative „Schmetterling“ in Neuss bestimmt, ein ambulantes Hospiz für schwerstkranke Kinder.

Pro Jahr unterstützen Tanja und Christian Dreßen, die Betreiber des Sportstudios, mit einer Charity-Aktion jeweils eine andere hilfsbedürftige Organisation. „Die haben meist keinerlei Mittel, um für sich zu werben“, sagt Tanja Dreßen. „Diesmal haben wir uns Kinder ausgesucht, um ihnen mit den Spenden ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen.“ Schudt, die sich auch für das Düsseldorfer Kinderhospiz Regenbogenland einsetzt, war sofort Feuer und Flamme für die Idee. „Mir liegt das total am Herzen. Diese segensreichen Einrichtungen sind absolut auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. Man kann übrigens auch spenden, ohne Sport zu treiben“, fügt sie hinzu und macht sich bereit für die erste Übung.

Führmann und Erdmann bringen sich ebenfalls in Stellung. Wegen der zweimonatigen Proben für „Die Entdeckung des Himmels“ am Schauspielhaus musste der gewohnte Sport ausfallen. Seit der Premiere des Kraftakts über vier volle Stunden nutzen sie jede freie Minute fürs gemeinsame Training. „Es gibt einiges nachzuholen, die Klimmzüge werden sicher am schlimmsten sein“, befürchtet Moritz Führmann. Christian Erdmann fühlt sich noch nicht wieder in Top-Form. „Mein siebenjähriger Sohn hat mir vorhin lässig ein paar Klimmzüge vorgemacht. Ich dagegen werde dafür Gummibänder zu Hilfe nehmen.“ Was könnte Anya Fischer schwerfallen? Sie lacht: „Das Durchhalten.“ Dann geht es los.

Fetzige Musik setzt ein, ihr Rhythmus peitscht die Sportler voran. Christian Dreßen, die Stoppuhr in der Hand, klatscht ihnen aufmunternd zu. „Eine tolle Truppe“, sagt er anerkennend. Und, mit Blick auf die schnellen Kniebeugen von Schudt: „Anna ist eine Maschine, die beißt sich immer durch.“ Die 20 Minuten dehnen sich schon beim Zuschauen mächtig in die Länge. Wie mag es erst den Schauspielern ergehen? Gegen Ende werden ihre Bewegungen ein wenig langsamer, aber alle bleiben wacker bei der Stange, erobern Chip für Chip. Danach sind sie sehr mit sich zufrieden. „Der gute Zweck steht natürlich im Vordergrund“, sagt Führmann. „Aber auch für uns war das eine super Sache. Und obwohl meine Oberschenkel noch zittern, spüre ich genau, dass die Glückshormone durch den Körper fluten.“

Zum Glücklichsein haben er und Anna Schudt ohnehin jeden Grund. Beruflich läuft es für beide glänzend. Vor Schudt liegen in rascher Folge drei Folgen als Dortmunder Kommissarin und ein TV-Sechsteiler, zwei Hörbucher der Autorinnen Miriam Raabe und Ingrid Noll hat sie kürzlich eingelesen. Auch Führmann ist im Krimi-Genre angekommen. Er hat gerade einen Kölner „Tatort“ abgedreht und freut sich jetzt am allermeisten auf den gemeinsamen „Tatort“ mit seiner Frau. „Meine Rolle als Staatsanwalt wurde nach Jahren neu belebt“, erzählt er. Anna Schudt strahlt ihn an: „Und wir dürfen sogar ein wenig miteinander flirten.“

Regina Goldlücke

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