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Oberkassel: Großreinemachen am linken Rheinufer

Oberkassel : Großreinemachen am linken Rheinufer

Das ist keine Kunstaktion, kein Happening hier unter der Oberkasseler Brücke. Auch wenn es manchem Spaziergänger an diesem Sonntag so scheint. "Wer ist denn hier der Einweiser", fragt ein älterer Mann, um mitgeteilt zu bekommen, dass es derlei nicht gibt. "Jeder schnappt sich ein paar Handschuhe und eine Mülltüte, und dann geht es los", sagt Florian Gill.

Das ist keine Kunstaktion, kein Happening hier unter der Oberkasseler Brücke. Auch wenn es manchem Spaziergänger an diesem Sonntag so scheint. "Wer ist denn hier der Einweiser", fragt ein älterer Mann, um mitgeteilt zu bekommen, dass es derlei nicht gibt. "Jeder schnappt sich ein paar Handschuhe und eine Mülltüte, und dann geht es los", sagt Florian Gill.

Greifstöcke, mit denen man Kippen oder Papier aufheben kann, sind zu diesem Zeitpunkt schon alle vergeben, was kein Wunder ist, denn wohl 50 bis 60 Leute sind dem Aufruf von Florians Schwester Jessica auf Facebook gefolgt, unter der Oberkasseler Brücke mal richtig sauber zu machen. Würstchen, gesponsort von Metzger Peter Inhoven, und Fassbrause vom Uerige gibt es gratis für alle Helfer.

"Ich war immer genervt, wenn ich mit meinem Hund hier entlang lief", sagt Jessica Gill, deshalb sei ihr einfach der Gedanke gekommen, statt zu meckern, selbst etwas zu tun. Sie startete einen Facebook-Aufruf, das Ganze machte im sozialen Netzwerk die Runde und verselbstständigte sich. "Ich würde das gerne drei- bis viermal im Jahr so machen", sagt sie.

Besonders genervt sind die Teilnehmer der Aktion von dem vielen Glas unter der Oberkasseler Brücke. "Viele Jugendliche trinken hier und lassen dann die leeren Flaschen an der Rampe herunterrollen", sagt Sarah Ast, eine Facebook-Freundin von Jessica Gill. Ast, die ihren elf Monate alten Sohn Philip auf den Rücken trägt, hat eh fast immer eine Mülltüte dabei, wenn sie am Rheinufer unterwegs ist. Sie versteht nicht, "warum die Leute ihren Kram nicht einfach mitnehmen können".

Viele der Helfer an diesem Tag sind Hundebesitzer. Für ihre Tiere ist das Glas auf den Wegen nicht nur ärgerlich, oft verletzten sie sich daran. "Wenn mein Hund in eine Glasscherbe tritt, muss ich zum Tierarzt. Und das kommt mit Sicherheit einmal im Jahr vor", sagt Anwohnerin Manuela, die durch einen Handzettel von der Reinigungsaktion erfahren hat. Studentin Shari van Treeck hingegen hat auf Facebook zugesagt und ist trotz einer Erkältung gekommen. "Früher bin als Kind oft hiergewesen", heute komme sie zwar nur noch selten, doch "irgendwie hängt man doch an dem Ort".

(tt)