Gourmet-Festival 2019 Düsseldorf: Nackter Hummer und Gin-Tonic-Eis

Gourmet-Festival in Düsseldorf : Nackter Hummer und Gin-Tonic-Eis

Von kanaduischen Spezialitäten bis zu eingefrorenen Cocktails bietet das Gourmet-Festival an der Kö in diesem Jahr wieder eine bunte Mischung.

Das Erfolgsgeheimnis des Gourmet Festivals (Samstag und Sonntag von 11 bis 21 Uhr) an der Königsallee ist das vielfältige Angebot an Produkten in allen Preisklassen vom Gin-Tonic-Eis für kleines Geld bis zum Steakmenü für 99 Euro. Am Freitagabend war am Stand des Interconti Hotels der traditionelle Eröffnungsempfang. Serviert wurden vor allem kanadische Leckerbissen, denn das nordamerikanische Land ist in diesem Jahr Partner der Veranstaltung. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche kostete dabei zum ersten Mal kanadischen Rosé. Sein Urteil: „Der Wein schmeckt sehr gut.“ Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven probierte sich an einem Eisberg-Wasser, das im Handel für 90 Dollar pro Flasche verkauft wird. „Das ist wirklich Wahnsinn“, resümierte er, „ich bin sicher, dass das Wasser vom Discounter genauso gut ist.“ Oberbürgermeister Thomas Geisel outete sich dagegen als großer Fan von Meeresfrüchten.

Das Areal des Festivals lässt sich in fünf Bereiche aufteilen. Am Graf-Adolf-Platz stehen für die jüngere Zielgruppe Trucks mit Streetfood bereit, zudem gibt es dort Musik. Am Bergischen Löwen kommen Fleischfans auf ihre Kosten, zum Beispiel bereiten die Köche von Gourmetfleisch „Boneless Spare Ribs“ zu. Um die Bastionstraße herum gibt es vor allem Häppchen wie Burrata, Beef Brulée, Flaguette Brot (Mix aus Fladenbrot und Baguette) und Rote-Bete-Salat mit Feta und Walnuss. Für Frankophile werden an der Giradetbrücke von der Brasserie Stadthaus und Weinhaus Tante Anna Champagner und Co. aufgetischt. Am Corneliusplatz funkeln dagegen die Gourmetsterne und zu entsprechenden Preisen können „Naked Lobster“ und Feines aus der Düsseldorfer Sterneküche zum Gläschen Chablis probiert werden.

Dazu gibt es auch einige Geheimtipps. Einer ist der Stand „Mont Agou“, der von einer Familie mit togolesischen Wurzeln betrieben wird. Ursprünglich wurden dort nur Kaffee und Säfte verkauft, seit diesem Jahr gibt es auch Essen. „Ich habe meine Mutter gefragt, ob sie nicht Lust hätte, zu kochen“, erzählt Chris Lawson. Und das hatte sie, sodass es jetzt traditionelle Speisen wie Yamwurzeln oder Kombinationen aus Gewürzen und Reis serviert werden, das meiste davon vegan. Das Partnerland Kanada fährt dagegen mit einem „Naked Lobster“ (nackter Hummer) auf. Unter den Meeresspezialiäten gilt er als Besonderheit. Direkt nach dem Fang wird der Hummer durch den Einsatz von Überdruck geschlachtet, sofort von seinem Panzer befreit und roh schockgefrostet. Durch dieses Verfahren entfällt das Knacken von Hummerscheren. Und dann wäre da noch die Berliner Manufaktur „Kukki“. Deren Gründer Josef Klemm war genervt davon, dass es in vielen Kneipen nur Bier und Wein, aber keine Cocktails gibt. Deshalb stellt das Unternehmen Drinks frisch her, die dann bei minus 18 Grad gelagert und anschließend in einem eigens entwickelten Toaster aufgetaut werden. So wird aus jeder Kneipe auch ohne Barkeeper eine Cocktailbar.

D. Haas-Pilwat und Daniel Schrader

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