Meine Stadt: Gold-Designerin Gisa Golpira zeigt ihre Lieblingsorte

Meine Stadt : Gold-Designerin Gisa Golpira zeigt ihre Lieblingsorte

Die Geschichte ist etwas Besonderes: Ein kleines Mädchen zieht mit seiner Mutter und deren Lebenspartner in den Regenwald. Ein Totenkopf-Äffchen namens Isaurio wird Gisa Golpiras treuer Begleiter. Fortan lebt das iranisch-deutschstämmige Kind unter freiem Himmel im Zelt ohne Bett oder Dusche. Der Dschungel ist der Spielplatz, geschaukelt wird auf Lianen, gebadet im Fluss.

Die Geschichte ist etwas Besonderes: Ein kleines Mädchen zieht mit seiner Mutter und deren Lebenspartner in den Regenwald. Ein Totenkopf-Äffchen namens Isaurio wird Gisa Golpiras treuer Begleiter. Fortan lebt das iranisch-deutschstämmige Kind unter freiem Himmel im Zelt ohne Bett oder Dusche. Der Dschungel ist der Spielplatz, geschaukelt wird auf Lianen, gebadet im Fluss.

Während das elterliche Abenteuerpaar immer noch in Papua Neuguinea mit der Goldwaschpfanne nach Schätzen sucht, lebt die heute 29-Jährige in Düsseldorf. Sie wuchs beim Vater auf, machte Abitur und finanzierte als Model ihr Textil- und Bekleidungstechnik-Studium an der Fachhochschule Niederrhein. Mode-Einkäuferin in einem internationalen Unternehmen war ihr Traumjob, doch die Vergangenheit ließ sie nicht los. Und das Geschenk ihrer Mutter - der fingernagelgroße Nugget, der von klein auf an einer Kette um ihren Hals hängt - war Auslöser, sich mit den exotischen Schätzen der Familie näher zu beschäftigen.

"Die Idee, aus den Feingoldstücken Schmuck zu machen, lag irgendwie auf der Hand", erzählt die Frau mit den dunklen Locken. Also startete das Goldgräbermädchen von einst sein eigenes Unternehmen und fertigt unter dem Namen "Golpira" Schmuckstücke. Grundlage ist das aus den Flüssen gewonnene Edelmetall - von Wasser und Witterung organisch geformt. "No dirty Gold", auf Deutsch "kein schmutziges Gold" verarbeitet Gisa Golpira zu Anhängern und Ringen. Sie sucht die Nuggets aus dem Bestand ihrer Eltern aus, entwirft das Design, und ein Goldschmied bringt sie in Form.

Der Rheinischen Post verrät sie ihre fünf Lieblingsorte in der Stadt.

Toykio Diese Mischung aus Streetart-Kunst, Café, Shop, Galerie und Events, die Selim Varol in seinem Café an der Immermannstraße bietet, ist einmalig in Düsseldorf. Hier hängen Print-Editionen der Urban Art Szene von Banksy, Mark Ryden, Kaws oder Shepard Fairey an den Wänden. Es ist diese unkomplizierte Atmosphäre, die so besonders ist. Hier treffe ich immer jemanden und dazu gibt es den besten Crispy-Salami-Avocado-Bagel weit und breit. Ich bestelle jedes Mal mindestens einen.

Wandel-Antik Mit meinem Freund bin ich vor kurzem in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Und weil ich inzwischen gerne auch anderes als Schweden-Mobiliar von der Stange besitze, schaue ich mich überall auf Flohmärkten nach Vintage-Möbeln um. Dabei habe ich das Einrichtungs-Paradiesin einem Hinterhof in Unterbilk entdeckt. Stundenlang kann ich zwischen all den Raritäten und Kuriositäten abtauchen. Alte Stühle oder Sessel mit Geschichte neu zu entdecken, ist wunderbar.

Essen und guter Wein sind meine Leidenschaft. Beides finde ich im Restaurant Primitivo. Übersetzt heißt das ja "ursprünglich" und genauso ist das Ambiente in dem kleinen Lokal in Pempelfort. Das fängt mit dem wandfüllenden Weinregal an, geht über das gedimmte Hautschmeichler-Licht bis hin zur kreativen Küche. Zu meinen Favoriten zählen der Sepia-Papaya-Salat - schön scharf - und das Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat.

Bar Ellington Clubs und Partys sind nicht wirklich mein Ding, ich mag Cocktailbars. Das Ellington im Retro-Style ist genau nach meinem Geschmack: nicht zu groß, dunkles Holz, großer Tresen, super Barkeeper, gute Leute und Musik. Hier habe ich zum ersten Mal einen Moscow Mule probiert, der stilecht im Kupferbecher serviert wird. Die Adresse in Bahnhofsnähe ist auch eher ein Vorteil, denn das Altstadtpublikum verläuft sich nicht in die Scheurenstaße.

Nacht der Museen Leider ist sie nur einmal im Jahr, aber die Nacht der Museen hat einen festen Platz in meinem Kalender. Mit einem Ticket kann ich mit dem Bus durch die Stadt tingeln, alle Ausstellungen, Lesungen, Hörspiele und Partys erleben. Problem ist nur, dass ich längst nicht alle Stationen schaffe, die ich vorher im Programm angekreuzt habe. Denn überall trifft man Leute von früher und Freunde, verquatscht sich und ruckzuck ist die Nacht um. Dagmar Haas-Pilwat

(RP)
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