Kunstverein Ulmer Höh': Feiern mit Hannelore Elsner

Kunstverein Ulmer Höh': Feiern mit Hannelore Elsner

Vor einigen Monaten haben sich der Fotograf Horst Wackerbarth und die Schauspielerin Hannelore Elsner auf einer Veranstaltung getroffen. "Als ich sie kennenlernte, wusste ich gar nicht, wer sie ist", erzählt Wackerbarth. "Ich gucke kein Fernsehen."

Vor einigen Monaten haben sich der Fotograf Horst Wackerbarth und die Schauspielerin Hannelore Elsner auf einer Veranstaltung getroffen. "Als ich sie kennenlernte, wusste ich gar nicht, wer sie ist", erzählt Wackerbarth. "Ich gucke kein Fernsehen."

Hannelore Elsner hat eine andere Theorie: "Du warst zu betrunken." Wie auch immer: Inzwischen kennen die beiden sich, bewundern die Arbeit des anderen - und Hannelore Elsner ist am Sonntag in Wackerbarths Atelier an der Hansaallee gekommen, um als Star-Gast an einer besonderen Feier mitzuwirken.

Anlass war die Gründung des "Kulturvereins Ulmer Höh'". Der Fotograf will mit etlichen Mitstreitern die Kirche der stillgelegten JVA Ulmer Höh' erwerben und sie zu Wohnungen und einen Veranstaltungsraum umbauen. Nach langen Verhandlungen stehen die Chancen inzwischen gut, Ende des Jahres kann die Wohngruppe wohl den großen Backstein-Bau kaufen, der als einziger Teil des Gefängnisses in dem neuen Wohngebiet erhalten bleiben soll. Den großen Veranstaltungsraum, den ehemaligen Kirchensaal, will die Gruppe dann nach dem Umbau als kulturellen Treffpunkt für das Viertel öffnen, es soll zum Beispiel Ausstellungen und Lesungen geben - als Kurator wirkt unter anderem auch Ex-NRW-Forums-Chef Werner Lippert mit. Der Verein will bis dahin an verschiedenen Orten Kultur-Veranstaltungen ausrichten. "Wir wollen üben", sagt Wackerbarth. Es gibt aber auch einen anderen Antrieb: Der Verein braucht noch Geld, um den Umbau zu stemmen. Insgesamt will die Wohngruppe fünf Millionen Euro investieren, 1,2 Millionen davon fallen auf den Veranstaltungssaal.

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Für einen spektakulären Auftakt sorgte gestern die 72-jährige Schauspielerin, die Lyrik der von ihr hochgeschätzten US-Amerikanerin Ann Sexton las. Rund 50 geladene Gäste dürften lauschen, darunter auch eine andere Wohngruppe, die ebenfalls auf das Ulmer-Höh'-Gelände ziehen will, und Filmproduzent Michael Souvignier (u.a. "Contergan").

Für den zweiten kulturellen Höhepunkt sorgte Sohn Dominik Elstner (eigentlich schreibt sich der Familienname mit t). Der 33-Jährige, dessen Vater der Regisseur Dieter Wedel ist, stellte Fotos aus, die er unter anderem in Drehpausen von seiner Mutter gemacht hat - künstlerisch und mit sehr persönlichem Zugang. Die Mutter fand diese Foto-Sessions ganz natürlich und hatte keine Schwierigkeiten, vor die Linse des Sohnes zu treten, erzählt sie. Ihm fiel das nicht so leicht. "Es war schwer, den nötigen Abstand zu gewinnen." Mit dem Resultat sind jedenfalls beide zufrieden.

Worauf Horst Wackerbarth großen Wert legt: Der Kulturverein soll den Norden Derendorfs beleben, in dem solche Treffpunkte bislang fehlen. "Und es soll kein Promi-Verein sein." In den nächsten Veranstaltungen wird "Kuh" - so der Kurzname des Vereins - ganz unterschiedliche Künstler einladen, wie den Fotografen Oliver Rath und den Maler Julien Deiss. Arne Lieb

(RP)