Stefan Mühling: Er hätte die Elbphilharmonie bauen können

Stefan Mühling : Er hätte die Elbphilharmonie bauen können

Ein Düsseldorfer guckt in diesen Tagen nach Hamburg. Stefan Mühling, der mit seinen "Developern" die Libeskind-Bauten verwirklicht hat, wäre beinahe der Projektmanager für den Bau der Elbphilharmonie geworden.

"Klar würde ich auch zur Eröffnung der Elbphilharmonie fahren", sagt Stefan Mühling, "aber ich habe keine Einladung." Auch mit Karten für das neue Konzerthaus hat es erst einmal nicht geklappt. "Da ist ja bis zum Sommer nichts zu bekommen." Dass er sich das Haus einmal angucken wird, steht für den Projektentwickler außer Frage. "Es ist eines der tollsten Bauwerke dieser Welt.

Was die meisten nicht wissen: Mühling, der mit seinen "Developern" die Libeskind-Bauten verwirklicht hat, wäre beinahe der Projektmanager für den Bau der Elbphilharmonie geworden. Er war damals Leiter der Projektentwicklung des Unternehmens Strabag und damit für eine der beiden Firmen tätig, die am Ende um das Vorhaben konkurrierten. Im letzten Augenblick entschloss sich die Strabag-Chefetage, auszusteigen.

Das hatte gute Gründe, "und das hat sich ja auch gezeigt." Abgesehen davon, dass die Fassade der Elbphilharmonie so noch nie gebaut und pures Abenteuer war, sollte der Investor keinen Durchgriff auf den Architekten haben, der wiederum frei war von Kosten- und Terminverantwortung. Die Kostenexplosion war somit programmiert, ist der Diplom-Ökonom sicher, und so hadert er nicht damit, das Vorhaben nicht verwirklicht zu haben.

Das jetzt die Freude groß ist und vielfach in Hamburg zu hören ist, in zehn Jahren rede niemand mehr über 800 Millionen Euro Gesamtkosten, kommentiert Mühling aber mit dem Satz, es wäre schön, wenn die pünktliche Fertigstellung eines 300-Millionen-Bauwerks ohne Skandale auch mal bundesweit großen Niederschlag fände.

(ujr)
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