Emmie Lee aus Düsseldorf: Ein Leben für die Bühne

Düsseldorfer Sängerin Emmie Lee : Ein Leben für die Bühne

Seit ihrer Kindheit steht Emmie Lee auf der Bühne. Das Ziel der 14-Jährigen ist es, ein erfolgreicher Popstar zu werden. Doch das Leben für den Erfolg hat auch Schattenseiten.

Die Düsseldorferin Emmie Lee stellt sich auf fast jede Bühne, die ihr geboten wird, träumt vom großen Durchbruch. Seit zehn Jahren nimmt sie Gesangsunterricht, sie spielt Klavier und vor zwei Jahren begann sie auch zu komponieren. „Ich will nicht nur eine Sängerin sein, sondern ich will, dass Menschen über meine Musik nachdenken“, sagt sie. Es sind Aussagen wie diese, die fast vergessen lassen, dass es sich bei ihr um eine 14-jährige Schülerin handelt – und nicht um eine professionelle Musikerin.

Das Leben von Emmie Lee ist vom Wunsch des großen Erfolgs bestimmt. Beinahe jede Minute in ihrer Freizeit dreht sich um Musik. Das nötige Talent sowie die richtige Ausstrahlung hat das Mädchen allemal, doch das allein reicht nicht: Jeden Tag arbeitet sie an ihrer Stimme; wenn ihre Mitschüler auf Partys gehen, bleibt sie zu Hause, um zu üben. Mehrere Male stand sie bereits auf TV-Bühnen. Das erste Mal im Alter von acht Jahren bei „The Voice Kids“, danach folgten „Das Spiel beginnt“ im ZDF sowie im vergangenen Jahr „Das Supertalent“ bei RTL. Ihr neuestes Projekt: Die Show „Dein Song“ im Kinderkanal, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll. Abseits ihrer Fernsehauftritte sang sie bereits im Capitol und der Düsseldorfer Oper. Zudem tritt sie regelmäßig bei Stadtfesten auf. In sozialen Netzwerken wie YouTube und Facebook lässt sie – wie es sich für einen angehenden Star gehört – die Nutzer an ihrer Musik teilhaben. Ein Sänger sei eine Art Produkt, erzählt sie, und das müsse sich nun einmal verkaufen.

Ihre Eltern unterstützen sie. Bedenken, dass sie für ihr Alter zu stark in der Öffentlichkeit steht, haben sie nicht. „Für sie ist es eine gute Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln“, meint ihr Vater. Zudem wolle er dem Traum seiner Tochter nicht im Wege stehen. Und dieser Weg folgt großen Zielen: „Ich möchte gerne einmal einen Grammy gewinnen“, sagt Emmie Lee. „Aber danach würde ich mir sicher ein neues Ziel suchen.“

Aber ein Leben im Scheinwerferlicht hat auch seine Schattenseiten, das musste das Mädchen bereits erfahren. Nachdem sie bei „The Voice Kids“ auf der Bühne gestanden hatte, wurde sie nach ihrem Auftritt bei YouTube von Unbekannten, aber auch Mitschülern mit Hasskommentaren gemobbt. „Am Anfang war das sehr traurig für mich“, erzählt sie. „Für einen Moment habe ich überlegt, ob ich vielleicht wirklich schlecht bin und aufhören sollte.“ Doch mit dem Zuspruch ihrer Freunde rappelte sich das Mädchen wieder auf. Vielleicht sei sie mit acht Jahren damals noch zu jung gewesen, resümiert ihr Vater heute.Aufhalten ließ sich Emmie Lee von dieser schlechten Erfahrung jedoch nicht, im Gegenteil: Die Showteilnahme sei trotzdem „megacool“ gewesen. „Und am Ende hat mich diese Erfahrung stärker gemacht.“

Das wollte sie auch ihren Mobbern beweisen. Denn bei ihrem Auftritt in der RTL-Show „Das Supertalent“ thematisierte sie ihre Mobbing-Erfahrungen mit einer eigenen Version des Songs „Titanium“ des australischen Popstars Sia. Von der Jury gab es großes Lob, auch wenn es – wie zuvor bei „The Voice Kids“ – nicht für den Sieg reichte.Das soll sich jetzt mit der Teilnahme an der Kika-Show „Dein Song“ ändern. Dort können sich Nachwuchsmusiker am Komponieren probieren. Zusammen mit Profis arbeiten sie mehrere Wochen an der Entwicklung ihrer eigenen Songs. Die Dreharbeiten dafür liefen bereits, ausgestrahlt wird die Show im kommenden Jahr. Ob sich Emmie Lee für das Live-Finale qualifiziert hat, darf sie noch nicht verraten, nur so viel: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Und wenn es nicht klappt, wird man sicher trotzdem wieder von ihr hören – ob im TV oder auf irgendeiner anderen Bühne.

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