Breidenbacher Hof: Eine 9000-Euro-Nacht in der Royal Suite

Breidenbacher Hof : Eine 9000-Euro-Nacht in der Royal Suite

Der Kamin brennt nur auf einer Seite. Am Vorhang im Badezimmer fehlt der Faden, um ihn manuell runterzuziehen. Und der Fernseher im Badezimmer funktioniert auch nicht. Das alles gibt Hoteldirektor Cyrus Heydarian sofort zu. "Aber sonst ist wirklich alles fertig und perfekt", meint er.

Der Kamin brennt nur auf einer Seite. Am Vorhang im Badezimmer fehlt der Faden, um ihn manuell runterzuziehen. Und der Fernseher im Badezimmer funktioniert auch nicht. Das alles gibt Hoteldirektor Cyrus Heydarian sofort zu. "Aber sonst ist wirklich alles fertig und perfekt", meint er.

Udo Lindenberg im Breidenbacher Hof

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin eingeladen. Der Breidenbacher Hof hat mich als Testerin in die neue Royal Suite gebeten. Damit bin ich überhaupt der erste Gast in diesen Räumen. Der Preis normalerweise: 9000 Euro. 14 000 Euro, wenn noch ein paar Zimmer dazu kommen, 28 000 Euro für die ganze Etage mit fünf Suiten und sechs Zimmern - pro Nacht, versteht sich. Der Champagner steht kalt ("Wünschen Sie gekühlte Gläser? Wählen sie die 9"), die Süßigkeiten und Törtchen für den Nachmittagskaffee stehen bereit. Das Bett blitzt in schneeweißen Tüchern in der Nachmittagssonne. Aus den Fenstern hat man direkten Blick auf Andreaskirche und den Rhein. Die Fernseher erscheinen mir fast so groß wie das Open Air Kino. Die meisten Sender, die ich empfangen kann, kenne ich noch nicht mal.

Ich laufe erst mal durch alle Räume. Ach, es gibt eine eigene Küche? Im Kühlschrank Mineralwasser und Säfte, Kaffee und Tee kann ich mir selbstredend zubereiten. Zwei riesengroße Sofas füllen den Wohnraum und bieten Platz für mehrere Großfamilien. 59 Deko-Kissen liegen herum. Sagt Marketing-Chefin Britta Germann, die sie vor meinem Besuch noch gezählt hat. Auch die Zahl der Lampen steht fest: 44 Steh-, Tisch- und Wandlampen gibt es, dazu noch das indirekte Licht unter der Decke. Und damit sind wir bei meinem Problem. Ich will alle Lichter und Lampen ausschalten. Natürlich gibt es Schalter. Einer an der großen Eingangstür. Einer an der Wand im Schlafzimmer, zwei als Touch Panel in den Nachttischen. Dann noch einer im Flur, einer im Bad. Ich bin etwas länger damit beschäftigt, alle zu drücken und dabei nicht mal eben mit dem Schalter drunter die Vorhänge runterfahren zu lassen. Oder das Zimmermädchen zu rufen.

Später am Abend dann, der Champagner ist immer noch kalt, die Canapés mit Lachs und Thunfisch warten darauf, verzehrt zu werden, probiere ich weiter alles aus. Vergrößerungsspiegel, hier eine Toilette, dort eine. Die Regendusche muss bis morgen warten. Noch mal in die Küche, Wasser holen. Wo waren denn jetzt Bluse und Halstuch für den Abend? Wollte mich doch umziehen. Hatte ich doch irgendwohin hingelegt. Wieder ein paar Meter durch die Suite marschieren, um alles zu finden. Jetzt gehe ich runter in die Hotelbar. In der Zwischenzeit kümmert sich der "Abdeckservice" um meine Bettdecke, legt ein Betthupferl mitsamt Wetterbericht für den nächsten Tag bereit.

Später zappe ich noch mal durch den kompletten Vorderen und Hinteren Orient und schlafe ein. Am Morgen geht es erstmal ins neue, schicke Schwimmbad. Danach lasse ich mir das Frühstück aufs Zimmer servieren. Sehr luxuriös. Und schon ist der Luxus wieder vorbei. Ich packe meine Sachen und checke aus. Die Lichter lasse ich alle brennen. Anke Kronemeyer

Hier geht es zur Bilderstrecke: So luxuriös ist die Royal-Suite im Breidenbacher Hof

(RP)
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