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Steffen Geibhardt: Ein Vorkämpfer für das Fahrrad

Steffen Geibhardt : Ein Vorkämpfer für das Fahrrad

Experten für Jobsuche raten Bewerbern gerne, sie sollten sich ihre Stelle am besten selber schaffen: Die eigenen Kenntnisse und Stärken anbieten und zeigen, welche Vorteile das dem Unternehmen bringt. Dass man auf diese Weise seine Traumstelle schaffen kann, dafür bietet Steffen Geibhardt ein gutes Beispiel.

Experten für Jobsuche raten Bewerbern gerne, sie sollten sich ihre Stelle am besten selber schaffen: Die eigenen Kenntnisse und Stärken anbieten und zeigen, welche Vorteile das dem Unternehmen bringt. Dass man auf diese Weise seine Traumstelle schaffen kann, dafür bietet Steffen Geibhardt ein gutes Beispiel.

Vor 30 Jahren begann der Verkehrsingenieur in der Stadtverwaltung zu arbeiten und betreute zunächst einen Bezirk. Planungen, bei denen es auch um Fahrradverkehr ging, fand er spannend. Wie es so ist, wenn man an einer Sache Spaß hat: Nach und nach zog er immer mehr Fahrrad-Projekte an. "Das war ein schleichender Prozess", erinnert sich Geibhardt. Und irgendwann wurde er nur noch der Fahrradbeauftragte der Stadt genannt. Ein offizieller Titel ist das nicht, aber der Name bringt seine Tätigkeit auf den Punkt. "Das Thema Fahrrad ist grandios", findet Geibhardt. "Das A und O des Jobs: Man muss dafür brennen und nicht nur seine Arbeit machen."

Zurzeit ist seine Arbeit besonders gefragt. Die Stadt möchte mit einem 300 Kilometer langen Radhauptnetz attraktiver für Radfahrer werden. Jeder vierte Verkehrsteilnehmer soll das Rad nutzen - laut Oberbürgermeister Thomas Geisel bietet es "die Mobilität der Zukunft."

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"Es herrscht eine Aufbruchstimmung", sagt Geibhardt. Doch damit das möglich wird, muss in der Stadt umgeplant und umgebaut werden. Angefangen hatte der Fahrradbeauftragte als Einzelkämpfer, in den vergangenen Tagen wurde das Team der Spezialisten von drei auf fünf aufgestockt, dazu trifft sich regelmäßig eine Fachgruppe aus Verwaltung und Politik, um das Thema mit vereinten Kräften voranzutreiben.

Manchmal, wenn Geibhardt nach der Lösung für ein Problem sucht, dann schaut er bei Streetview auf holländischen Straßen nach. Aber das kann auch frustrierend sein. Denn da findet er oft reichlich Platz für Radfahrer - rechts drei Meter, links drei Meter - und keine parkenden Autos. Die Holländer sind das Problem eben von vornherein anders angegangen.

Wer in Düsseldorf den Radfahrern mehr Raum geben will, der muss anderen etwas wegnehmen. Zum Beispiel den Platz zum Zweite-Reihe-Parken. "Das ist ein bisschen eingerissen", sagt Geibhardt und vergleicht das mit einem schlecht erzogenen Kind. Klar, dass Widerstand kommt, wenn man die Unart wieder austreiben will, aber da muss man durch, weiß Geibhardt, der Vater einer erwachsenen Tochter und Großvater eines Enkels ist.

So wurde in der Birkenstraße den Zweite-Reihe-Parkern einfach der Platz genommen, weil dort nun die Straßenbahn zu nah am Bürgersteig fährt. Wenn an der ein oder anderen Stelle in der Stadt aber heiß begehrte Parkplätze entfallen, dann wird das nicht jedem schmecken, das ist Geibhardt klar. "Die Kunst des Kompromisses ist gefragt, machen wir uns nichts vor, sonst kommen wir nicht weiter."

Ob er überhaupt noch ein Auto hat? "Ja, zusammen mit meiner Frau und meiner Tochter, aber das steht meistens nur rum", sagt Geibhardt.

Sonja Schmitz

(RP)