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Konzert: Ein Rapper macht klassische Musik

Konzert : Ein Rapper macht klassische Musik

Sein Name ist Blumio. Das klingt wie eine Mischung aus Blumentopf und Coolio. Doch mit der deutschen Hip-Hop-Band und dem amerikanischen Gangsterrapper, der seine besten Zeiten seit den 1990er Jahren hinter sich hat, hat der Düsseldorfer Rapper Blumio bloß eines gemeinsam: die Liebe zur gesprochenen Musik.

Sein Name ist Blumio. Das klingt wie eine Mischung aus Blumentopf und Coolio. Doch mit der deutschen Hip-Hop-Band und dem amerikanischen Gangsterrapper, der seine besten Zeiten seit den 1990er Jahren hinter sich hat, hat der Düsseldorfer Rapper Blumio bloß eines gemeinsam: die Liebe zur gesprochenen Musik.

Nächste Woche ist der 29-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Fumio Kuniyoshi heißt, mit einem neuen Projekt in der Tonhalle zu Gast: Gemeinsam mit den Düsseldorfer Symphonikern tritt er beim "Ignition"-Konzert für Jugendliche auf. Zusammen mit dem Orchester wird er dabei seinen Song "Hey Mr. Nazi" sowie einen neuen, eigens für das Konzert geschriebenen Rap präsentieren.

"Die Konzerte in unserer Ignition-Reihe haben immer ein Thema, das zuvor von Jugendlichen bestimmt wurde. Dieses Mal geht es um Rassismus und Religion und da passte Blumio mit seinen Texten sehr gut rein", sagt Udo Flaskamp, Projektleiter von Ignition. Dreimal im Jahr lädt die Tonhalle junge Menschen zu den jeweils 90-minütigen Konzerten mit dem speziell auf das jüngere Publikum zugeschnittenen Programm ein.

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Zu der Zusammenarbeit mit Blumio kam es nun vor allem, weil sich der Rapper in seinen Texten häufig mit Fremdenfeindlichkeit, Vorurteilen und Toleranz auseinandersetzt. So wie in seinem Song "Hey Mr. Nazi", der um eben diese Toleranz für Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland wirbt. Auf der Musikplattform "Youtube" wurde der Song bereits mehr als sechs Millionen Mal aufgerufen. Für Blumio, der im vergangenen Jahr auch mit dem Kulturförderpreis der Landeshauptstadt ausgezeichnet wurde, ist es aber nicht nur wichtig, ernsthafte Botschaften mit seinen Texten zu verbreiten: "In aller erster Linie will ich, dass meine Musik unterhält. Und dann dabei noch etwas zu transportieren, das ist eben die große Kunst. Aber ich hab auch schon einen Song geschrieben, der bloß ,Killepitsch' heißt", sagt er. Persönlich seien seine Songs jedoch immer - so auch das neue Lied, das er extra für das Konzert in der Tonhalle geschrieben hat. Darin beschäftigt sich der Musiker mit der Religion: "Ich denke, jeder hat seine eigene Biografie bei dem Thema. Ich auch", sagt er.

Er wolle darin betonen, dass jede Religion, ob Islam, Juden- oder Christentum, ihre Berechtigung habe. "Schließlich haben diese drei großen Glaubensrichtungen auch viel gemeinsam", sagt Blumio. Diese Botschaft vermitteln will auch das Konzert, das am Dienstag, 17. Juni, ab 18 Uhr in der Tonhalle stattfindet. "Irgendwie hat doch jeder in seiner Familie Menschen mit ausländischen Wurzeln. Das kann Musik spürbar machen", ist auch Intendant Michael Becker überzeugt. Die Karten für den Abend kosten für Jugendliche fünf, für Erwachsene 19 Euro. Weitere Infos gibt es unter www.tonhalle.de.

(lai)