Galopprennbahn: Ein Nachmittag nur für kleine Hunde

Galopprennbahn : Ein Nachmittag nur für kleine Hunde

Vom Klischee her passt es: schicke modisch-aktuelle stahlblaue Barbour-Jacke, die blonden Haare fallen locker geföhnt auf die Schultern, zu den sportlichen Jeans trägt sie Gummi-Stiefeletten, an der Leine ein vermeintlicher Modehund, schneeweiß und ebenso hübsch geföhnt wie das Frauchen. Denkt man auf den ersten Blick. Wenn man sich dann mit Alexandra Doussis unterhält, merkt man, dass sie gar keine klischeebehaftete Düsseldorfer-Hundelady ist.

"Ne, ich komme auch Gütersloh und lebe erst acht Jahre in Düsseldorf", lacht sie. Sie findet ihre neue Heimat toll, aber vor allem seit diesem Frühjahr ist ihr Düsseldorf ganz besonders ans Herz gewachsen: "Mein Hund Teddy hat mir Düsseldorf erst mal richtig gezeigt." Teddy gehört seit März zur Familie, ist noch keine zehn Monate alt, zählt zur Rasse der Bichon Frisé und gilt als Kleinhund: unter zehn Kilogramm schwer und kleiner als 40 Zentimeter. Und genau an diese Zielgruppe, beziehungsweise an Herrchen und Frauchen, richtet sich das erste Düsseldorfer Kleinhundetreffen. Organisatorin ist die 42-jährige Freiberuflerin, die für verschiedene Firmen im Vertrieb arbeitet.

Sie hofft, dass am Sonntag ab 12 Uhr ganz viele Menschen mit ihren Tieren - aber eben nur den kleinen - auf die Galopprennbahn nach Grafenberg kommen. Warum nur für kleine Hunde? "Die spielen anders zusammen", weiß auch Expertin Verena Priller, die in Gerresheim eine Hundeakademie, Hundeschule und Hunde-Kita (die nennt man neuerdings HuTa) betreibt.

Sie kam gestern gleich mit fünf Hunden auf die Rennbahn, um für den Event zu werben. Szia und Bison sind Tibet-Terrier, Casper ein Shih Tzu-Mischling, Kirby sein kleinerer Bruder, und Emmi eindeutig ein Mops.

Beide Frauen glauben, dass bei diesem Kleinhundetreffen neue Freundschaften (zwischen Menschen und Tieren) entstehen können, dass sich die Hunde nicht angeleint mal so richtig austoben können und dass sogar soziales Verhalten trainiert werden kann. Die Hunde werden direkt in zwei "Gewichtsklassen" auf jeweils ein abgetrenntes Auslauffeld am Rande des Renn-Geläufs verteilt: Die unter fünf Kilogramm spielen miteinander sowie die zwischen fünf und zehn Kilogramm.

Es sei bewusst darauf verzichtet worden, Verkaufsstände von Firmen aufzustellen, so Doussis. Darum müsse mit 2,50 Euro auch ein kleiner Eintritt genommen werde. "Für unsere Unkosten für Plakate und Flyer." Für die zweibeinigen Gäste gibt es nicht nur Kuchen und Gegrilltes, sondern auch einen von Barista Andreas Röthig zubereiteten Kaffee. Für die vierbeinigen Besucher stehen Wassernäpfe bereit - und Leckerlis. Anke Kronemeyer

(RP)