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Aktion: Ein Koffer, der ein Kunstwerk wurde

Aktion : Ein Koffer, der ein Kunstwerk wurde

Dies ist die Geschichte eines Koffers. Einst war er ein ganz normales Gepäckstück und reiste um die Welt. Doch dann machte er als Kunstwerk Karriere, und nun wandelt er sich noch mal - und steht im Mittelpunkt eines transatlantischen Hilfsprojekts.

Die Geschichte begann vor langer Zeit: 1979 reiste die Düsseldorferin Eva Gößling, Gründerin der ersten deutschen Frauen-Punk-Band "ManiaD", nach New York - mit ihrem Koffer. Dort verliebte sie sich in Jean-Michel Basquiat, Dichter, Musiker und erster afroamerikanische Künstler, dem der Durchbruch in einer weißen Kunstwelt gelang. Das Paar lebte bei der Künstlerin Arleen Schloss, mit der Eva Gößling eine Freundschaft bis heute verbindet. Als sie nach Deutschland zurückkehrte, schrieb Basquiat ihr eine verschlüsselte Botschaft auf Spanisch ins Innere ihres Koffers und signierte ihn. Das Paar sah sich nicht wieder - Basquiat starb 1988 an einer Überdosis Rauschgift. "Der Koffer wurde mein liebstes Erinnerungsstück an die Zeit in New York", so Eva Gößling.

Als vor einiger Zeit Arleen Schloss stürzte und seitdem schwer behindert ist, entwickelte ein Düsseldorfer Künstlerkreis um Eva Gößling eine Idee, um ihr finanziell zu helfen. Thomas Ruff, international renommierter Fotokünstler, fotografierte den Koffer und signierte das Werk. In einer Internet-Aktion (www.gofundme.com/amatterofheart) hat nun jeder, der mindestens fünf Euro einzahlt, die Möglichkeit, das Ruff-Foto, von dem es nur ein Exemplar gibt, zu gewinnen. Das gesammelte Geld soll die New Yorker Künstlerin unterstützen.

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Der neue Besitzer des Ruff-Fotos wird am 9. Juni im "Salon des Amateurs" im Haus der Kunsthalle ermittelt. "Alle Teilnehmern der Aktion werden einen Buchstaben-Code und ein Dankeschön bekommen", versichert Eva Gößling. Das geschieht in Form von Postern oder Postkarten, auf denen sie bisher Unbekanntes über den mit 27 Jahren verstorbenen Jean-Michel Basquiat erfahren werden.

Der Koffer reist übrigens schon lange nicht mehr - aber das wäre einem Kunstwerk ja auch gar nicht angemessen.

(ur)