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Königsallee: Ein Glas Sekt zum Abschied: Heute schließt Eickhoff

Königsallee : Ein Glas Sekt zum Abschied: Heute schließt Eickhoff

Nein, er wird heute um 17 Uhr nicht selbst den Schlüssel herumdrehen, zum letzten Mal die Tür zur Kö Ecke Königstraße abschließen, wenn sein Geschäft nach 33 Jahren endgültig Geschichte ist. Albert Eickhoff (78) sind solche Gesten irgendwie zu flach, er mag auch nicht für ein entsprechendes Foto posieren. Tochter Susanne Asbrend-Eickhoff sieht das ähnlich wie der Vater. Lieber den Schriftzug Dior hervorheben, der im Laden prangt - das ist schließlich die Zukunft.

Nein, er wird heute um 17 Uhr nicht selbst den Schlüssel herumdrehen, zum letzten Mal die Tür zur Kö Ecke Königstraße abschließen, wenn sein Geschäft nach 33 Jahren endgültig Geschichte ist. Albert Eickhoff (78) sind solche Gesten irgendwie zu flach, er mag auch nicht für ein entsprechendes Foto posieren. Tochter Susanne Asbrend-Eickhoff sieht das ähnlich wie der Vater. Lieber den Schriftzug Dior hervorheben, der im Laden prangt - das ist schließlich die Zukunft.

Eickhoff Königsallee, wie es die sonore Stimme in der Telefonschleife des Firmenanschlusses verkündet, dieses Eickhoff Königsallee gibt es ab heute Abend nicht mehr. Schon in wenigen Tagen kommen die Innenarchitekten, Ladenbauer, Handwerker des französischen Modelabels Dior und fangen mit dem Umbau an. Eickhoff hat die ihm gehörende Immobilie an die Franzosen vermietet, der Vertrag läuft über zehn Jahre. Man sollte sparsam sein mit dieser Aussage, aber hier passt sie: Eine Ära geht zu Ende. Begonnen hat alles mit einem Modegeschäft in Lippstadt, aber groß wurde Eickhoff in Düsseldorf.Viele Berühmte kauften bei ihm, darunter Iris Berben, Bettina Böttinger, Patricia Riekel (Bunte). Und Eickhoff prägte den Modestandort, vergleichbar wie die Igedo. Nur wenige haben, wie er, weltweit in ihren Branchen einen solchen Namen. Ab heute Abend - alles Vergangenheit. Wer Vater und Tochter erlebt, spürt bei denen aber keinesfalls Trauer oder einen Blick zurück im Zorn. Im Gegenteil: Susanne Asbrand-Eickhoff schmiedet schon neue Pläne, verhandelt im großen Bekleidungs-Zirkus über künftige Aufgaben, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Stefan angehen will. "Wir sind wie Pott und Deckel", sagt sie.

Und der Senior scheint regelrecht von einer Last befreit. Sein Haus hat er bestellt, wie man das so schön sagt, die Heimat bleibt Meerbusch, das Büro im 9. Stock des Hochhauses hinter dem künftigen Dior-Flagg-Ship-Store will er behalten.

Dass Eickhoff ausgerechnet jetzt schließt, ist vor allem den Veränderungen rund um die Kö geschuldet: Breuninger zog einige Labels an, für die Eickhoff lange die alleinige Vertretung hatte, andere große Namen drängen an die Kö - und hätten die Lage für den Einzelhändler nicht leichter gemacht. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Bis zuletzt hat man gute Umsätze gemacht, ob das in zehn Jahren auch noch so wäre, das wurde immer ungewisser. Susanne Asbrand-Eickhoff sagt es so: "Da kam einiges auf uns zu, also haben wir das Schiff in den sicheren Hafen gelenkt." Ende der Reise also - heute Abend will man mit den Mitarbeitern darauf anstoßen.

Hans Onkelbach

(RP)